Kreis Düren: Ein besonderer Fotowettbewerb: Was verbinden Jugendliche mit dem Begriff?

Kreis Düren : Ein besonderer Fotowettbewerb: Was verbinden Jugendliche mit dem Begriff?

Ist Heimat für Jugendliche noch ein Thema, ein Begriff, mit dem sie sich auseinandersetzen wollen? Und was bedeutet Heimat für Schüler aus dem Kreis Düren? Dieser Frage will der Caritasverband mit einem besonderen Fotowettbewerb nachgehen. Das Ziel: Jugendliche gestalten eine Zimmerwand zum Thema Heimat.

„Die Themen Heimat und Zuzug“, sagt Erik Lehwald, beim Caritasverband zuständig für Kommunikation und Marketing, „sind im Augenblick aktueller denn je. Deutschland bekommt mit der neuen Regierung auch ein Heimatministerium. Gleichzeitig wird der Begriff Heimat aber auch von Parteien wie der AfD vor einen Karren gespannt. Wir finden es einfach spannend zu sehen, wie Jugendliche sich damit auseinandersetzen — gerade auch, weil der Begriff vermutlich für viele ein bisschen antiquiert klingt.“

„Meine Heimat“, sagt Rudolf Stellmach, Fachbereichsleiter „sozialräumliche Arbeit“ beim Caritasverband und unter anderem zuständig für die Migrationsberatung, „ist Alsdorf. Da bin ich geboren, da sind meine Wurzeln, meine Familie, meine Freunde. Die Vorstellung, einmal wo anders leben zu müssen, ist für mich schwierig.“ Stellmach weiß, dass gerade junge Menschen heute vermutlich einen ganz anderen Heimatbegriff haben. „Tatsache ist aber, dass Heimat bei genauerem Hinsehen überhaupt kein überholtes Thema ist. Eher das Gegenteil ist der Fall.“ Stellmach erklärt, wie er das meint.

Viele Flüchtlinge würden derzeit in Deutschland und auch in Düren eine neue Heimat suchen. „Gleichzeitig verlieren Menschen aus unserer Gegend aufgrund des Tagebaus ihre Heimat, machen also auch eine Verlust-Erfahrung, ähnlich wie die Flüchtlinge. Auch das könnte vielleicht Thema der Wettbewerbsbeiträge sein.“

Besonders wichtig ist Stellmach zudem, dass Heimat auch etwas ganz Natürliches sein kann. „Wenn die Umstände stimmen, ist Heimat doch die normalste Sache der Welt.“ Grundsätzlich, ergänzt er, sei Heimat ein Thema, das immer mehr an Dynamik gewinne.

Stellmach: „Das Thema wird aktueller, auch wenn es natürlich für viele Menschen auch sehr kritisch besetzt ist. Wir hoffen, dass es uns gelingt, uns dem Heimatbegriff auf andere Art und Weise zu nähern.“

Stellmach und Lehwald hoffen, dass sich möglichst viele Jugendliche an ihrem Wettbewerb beteiligen. „Einfach, damit wir ein möglichst vielfältiges und buntes Bild bekommen“, sagt Lehwald. Die eingesandten Fotos werden auf Leinwände gedruckt und sollen im Anschluss an den Wettbewerb in einer kleinen Wanderausstellung zusammengefasst werden.

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