Langerwehe: Eifelmarkt: Buttern ist ganz schön anstrengend

Langerwehe: Eifelmarkt: Buttern ist ganz schön anstrengend

Die kleine Lina rubbelt aus Leibeskräften ein Stück Baumwollstoff über ein altes Waschbrett. Ganz schön rot sind ihre Hände schon, aber sie macht weiter. Unermüdlich.

„Der Fleck muss doch weg”, sagt die Neunjährige. „Aber dass das Waschen früher so anstrengend war, hätte ich nicht gedacht.”

Ähnliche Erfahrungen wie Lina hat kurz vorher auch der kleine Felix (8) gemacht. Der Junge hat gebuttert. „Ich musste ganz schön lange die Milch schlagen”, erzählt er. „Und zum Schluss ging das sehr schwer. Ich wusste gar nicht, dass Butter aus Milch gemacht wird. Oder besser gesagt aus dem Rahm, der sich von der Milch absetzt.”

Lina und Felix waren am Sonntag mit ihren Eltern zu Gast im Langerweher Töpfereimuseum, hier fand bereits zum 22. Mal der beliebte Eifelmarkt statt - wie immer am zweiten Sonntag im September und damit ebenfalls wie immer zeitgleich mit dem „Tag des offenen Denkmals”. Und trotz leichten Regens und kühler Temperaturen war der Markt mit Spezialitäten aus Eifel und Ardennen wieder ein wahrer Publikumsmagnet: Schon früh am Morgen war es in Langerwehe schwierig, einen Parkplatz zu bekommen.

Museumsleiterin Dr. Kirsten Maaß und ihren Mitstreitern vom „Förderkreis Töpfereimuseum” war es wieder einmal gelungen, einen abwechslungsreichen Markt für die ganze Familie auf die Beine zu stellen. Einen, bei dem man nicht nur gucken und kaufen konnte, sondern einen, bei dem man genießen, mitmachen und erleben durfte.

Der Eifelmarkt in Langerwehe ist ein Markt für die ganze Familie, ein Markt zum Anfassen. So präsentierten die Drahtflechter aus Neroth in der Eifel ihr Handwerk, klöppelnde Damen aus Belgien waren da und eine Spinnerin, die frisch geschorener Schafswolle zu Leibe rückte, auch.

Für das entsprechende Eifelmarkt-Flair sorgte die Mittelaltergruppe „Wehter Kumpaney”, ein viel bejubeltes Blockflötenensemble, ebenfalls in mittelalterlichen Kostümen, das Mandolinenorchester Pier und natürlich auch die „Wehter Waschfrauen.”

Bei den Kindern besonders beliebt waren die süßen Meerschweinchen, Zwergkaninchen, Schafe, Hühner und Pferde. Gerne genossen gerade die kleinen Eifelmarktbesucher auch eine Fahrt mit Kutsche oder historischem Trecker. „Ich bin fast jedes Jahr hier”, so Wanda Breuer (38) aus Düren. „Und eigentlich ähnelt sich das Angebot der Eifelmärkte ja auch immer.”

Trotzdem, so die dreifache Mutter komme sie immer wieder. „Zum einen, weil ich doch immer etwas Neues entdecke. Und zum anderen, weil es hier einfach schön ist. Das ist ein ganz besonderer Markt.”