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Echtz: Echtzer Pferdeprozession: Feldmesse mit Tiersegnung

Echtz : Echtzer Pferdeprozession: Feldmesse mit Tiersegnung

Mit Reithose und -helm auf der Stute Mona war Monsignore Norbert Glasmacher unter den vielen Reitern schwer auszumachen. Sein priesterlicher Stehkragen und die Satteldecke mit dem Schriftzug „Pastur“ verrieten ihn aber. Ein beruflicher Ausritt führte ihn gestern an der Spitze der zweiten Echtzer Pferdeprozession durch Felder und Wiesen, wo er anschließend eine Erntedankmesse hielt und die Tiere segnete.

Bis zehn Uhr trudelten die meisten Pferdehalter mit ihren Tieren und Kutschen auf einer Wiese am Ortsausgang von Echtz in Richtung Merken ein. Zu dem Zeitpunkt war das 13-köpfige Helferteam um Organisator Ralf Croé schon drei Stunden lang am Werk. „Gestern war das Wetter so schlecht, dass wir erst heute mit dem Aufbau beginnen konnten“, erklärte er. Das große Festzelt stand zwar schon am Freitag, aber die Bestuhlung für die Messe, der für Erntedank festlich geschmückte Altar und die kleine Bühne im Altarbereich wurden am frühen Morgen noch aufgebaut.

Die Pferde Felino und Peps (großes Bild) lassen es sich während der Feldmesse schmecken, die Monsignore Norbert Glasmacher gehalten hat. Er hat vorher auf dem Rücken von Mona (unten links) auch an der Pferdeprozession teilgenommen. Organisator Ralf Croé (unten rechts) konnte bei dieser zweiten Pferdeprozession rund 60 Gäste und 25 Pferde (Mitte) auf der großen Wiese am Ortsausgang von Echtz begrüßen. Foto: Welkener

Das schlechte Wetter der Vortage beeinflusste aber nicht nur die Aufbauarbeiten, sondern auch die Teilnehmerzahl. Waren es beim Debüt der Pferdeprozession im vergangenen Jahr noch 200 Gäste und 50 Pferde, so kamen dieses Mal nur rund 60 Besucher und etwa 25 Pferde. „In den vergangenen Tagen sind noch einige Absagen gekommen — wohl auch wegen des Wetters“, sagte Croé, während ihm die Sonne kräftig in den Nacken schien. Allen Befürchtungen zum Trotz konnten die Reiter nämlich auf dicke Jacken verzichten und die Sonnenbrillen auspacken.

Die Pferde Felino und Peps (großes Bild) lassen es sich während der Feldmesse schmecken, die Monsignore Norbert Glasmacher gehalten hat. Er hat vorher auf dem Rücken von Mona (unten links) auch an der Pferdeprozession teilgenommen. Organisator Ralf Croé (unten rechts) konnte bei dieser zweiten Pferdeprozession rund 60 Gäste und 25 Pferde (Mitte) auf der großen Wiese am Ortsausgang von Echtz. Foto: Welkener

Unter einem strahlend blauen Himmel starteten sie ihren mehrere Kilometer langen Ausritt durch die Felder, während sich die Wiese mit Gästen füllte — darunter viele Familien und Hundebesitzer.

Die Pferde Felino und Peps (großes Bild) lassen es sich während der Feldmesse schmecken, die Monsignore Norbert Glasmacher gehalten hat. Er hat vorher auf dem Rücken von Mona (unten links) auch an der Pferdeprozession teilgenommen. Organisator Ralf Croé (unten rechts) konnte bei dieser zweiten Pferdeprozession rund 60 Gäste und 25 Pferde (Mitte) auf der großen Wiese am Ortsausgang von Echtz begrüßen. Foto: Welkener

Zurück auf dem Gelände ging es nach einem schnellen Outfitwechsel von Glasmacher direkt mit der Erntedankmesse los. Der Priester betonte dabei, dass Umwelt, Tiere und Menschen nicht als selbstverständlich hingenommen, sondern wertgeschätzt werden sollten. „Sie sind ein Geschenk, nicht etwas, das wir besitzen“, unterstrich er mit Blick auf die vielen Vierbeiner.

Dass die mit ihren menschlichen Begleitern einen schönen Vormittag hatten, war deutlich zu sehen. Reiterin Steffi Gohlke war mit ihrem weiß-braunen Felino gekommen und sichtlich begeistert: „Alles lief perfekt, die Pferde waren lieb und das war ein schöner Ritt.“

Auch Glasmacher zog eine positive Bilanz, lobte das wunderschöne Wetter, den tollen Ausritt, die große Gemeinde und die besinnliche Stimmung. „Ich glaube, wir müssen Neues machen, um die Leute zu erreichen. Sie sind offen für religiöse Themen, aber wir müssen immer wieder neu auf sie zugehen.“ Mit einem Augenzwinkern verwies er auf Papst Franziskus. Er habe gesagt, dass Geistliche sich als Hirten unter ihre Herde mischen müssten, um „den Geruch der Schafe“ anzunehmen. Glasmacher: „In diesem Fall passt wohl eher der Geruch der Pferde.“