Tango im Schloss: Duo tritt zum letzten Mal gemeinsam auf

Tango im Schloss : Duo tritt zum letzten Mal gemeinsam auf

Unterhaltsam und anspruchsvoll erklang Tango aus Uruguay mit Pablo Cámpora (Gitarre) und Gonzalo Gravina (Klavier) zum zehnten und letzten Mal mit der Cappella Villa Duria beim Burgauer Schlosskonzert.

Cámpora, aufgrund familiärer Verbindung seit 15 Jahren im Kölner Raum tätig, gab „als Deutschsprachiger die Infos und mein Pianist die Mimik“. Anekdotisch moderierte er auch die spontan veränderte Programmfolge: im ersten Teil mehr nostalgisch traditionelle Tangos, Milongas und Walzer, nach der Pause den modernen Tango in der oft kammermusikalisch konzertanten Form. Nach dem ruhigen Auftakt mit „Mimosa“ erlebte „Preludio en Milonga“ die rhythmisch starken Akzente von Klavier und Gitarre.

Deren bühnenwirksamer Abstand schien die „Scheidung der musikalischen Ehe“ (Cámpora) zu angebahnten Solo-Karrieren anzudeuten, obwohl sie sich in rhythmisch-melodischer Gemeinsamkeit bewährten. Stücke wie „Parque Rodó“, „Un Boliche“ oder „Nostalgicas“ ließen Lokalkolorit von Montevideo erahnen. Nach der Pause ließen die Titel ebenfalls erkennen, dass auch neue Kompositionen mit komplexeren Formen zum Land gehören: „Los inútiles“ (die Nutzlosen), „Cerrazon“(nebliger Morgen) oder in der ersten Zugabe „Gallo ciego“ (blinder Hahn) wirkten auf die Zuhörer ansteckend.

Zuvor brillierte Gonzalo Gravina mit seiner eigenen Solokomposition und Hommage an Albeniz „Capriccio albenizado“. Und Pablo Cámpora gestand, dass die neuen Generationen nach Piazzollas Vorbild ähnliche Wege einschlagen. Das bewiesen zwei Teile von dessen „Jahreszeiten“, arrangiert von einem holländischen Gitarrenfreund: der „Sommer“ als Gitarren-Solo und der „Herbst“ im Duett mit rhapsodischer und emphatischer Steigerung im Vergleich zur Originalfassung. Der Beifall verdiente eine zweite Zugabe, „La Cumparsita“ mit virtuosen Varianten.

(gn)
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