Düren: Dürens Politik will in digitale Klassenzimmer investieren

Düren : Dürens Politik will in digitale Klassenzimmer investieren

Es kommt nicht häufig vor, dass eine Kommune Millionen ausgeben kann. In der Stadt Düren ist das der Fall, sie kann in den nächsten vier Jahren 11,5 Millionen Euro in ihre Schulen stecken. Die Landesregierung hat das Programm „Gute Schule 2020“, von dem alle Kommunen in NRW profitieren, aufgelegt. Doch wie will Düren das Geld investieren?

Die Verwaltung hat eine Liste mit Vorschlägen erarbeitet, über die am Donnerstag in einer gemeinsamen Sitzung des Bau- und Schulausschusses beraten wird. Außerdem unterbreiten die „Ampel“-Koalition und die CDU eigene Vorschläge, wie sie in die Schulen investieren würden. SPD, Grüne, Linke und FDP wollen eine Million Euro in die Digitalisierung stecken und denken unter anderem an moderne Medien wie Whiteboards, also „Tafeln“, die mit einem Computer und Beamer verbunden sind. Zudem will die „Ampel“ 200.000 Euro in ein Bewegungszentrum investieren, das der Kreissportbund möglicherweise auf dem Gelände der alten Stadtgärtnerei betreiben würde.

1,25 Millionen Euro will die Mehrheitskoalition in einen Anbau der Anne Frank-Gesamtschule stecken. Diese Posten unterscheiden sich von der Liste, die die Stadtverwaltung vorgelegt hat. Darin sind mehr als 60 Projekte verzeichnet, die mit den 11,5 Millionen Euro des Landes bis 2020 finanziert werden könnten. Die größten Investitionsvorhaben sind zusätzliche Plätze in den Offenen Ganztagsgrundschulen, eine Aufstockung der Hauptschule „Burgauer Allee“ und ein Erweiterungsbau der Realschule Wernersstraße.

Eine Million sind in die Modernisierung der naturwissenschaftlichen Räume des Gymnasiums am Wirteltor vorgesehen, allerdings erst in den Jahren 2019 und 2020. Das ist der CDU zu spät. Wie Fraktionschef Stefan Weschke sagt, soll mit dem Ausbau noch in diesem Jahr begonnen werden.

Die „Ampel“ will genau diesen Posten ganz aus der Liste streichen und die Kosten über den regulären Investitionshaushalt der Stadt finanzieren.

Das Thema Digitalisierung verfolgen auch die Christdemokraten. Sie wollen wie die „Ampel“ eine Million Euro mehr investieren als die Stadtverwaltung vorschlägt. Das Schulamt will eine Million vor allem in den Ausbau schneller Internetleitungen investieren. CDU-Parteichef Thomas Floßdorf denkt überdies an Whiteboards, Beamer, Laptops oder Tablet-Computer für die Dürener Schulen, aber auch an weitere 153 Plätze in den Offenen Ganztagsgrundschulen. Bisher gibt es in Düren gut 800.

Weiteren Bedarf sieht die CDU vor allem in Birgel, St.-Bonifatius und der Südschule. Zu einem großen Teil müssen die Vorschläge aus der Politik gegenfinanziert werden. Die CDU will dazu zahlreiche kleinere von der Stadt vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen unterhalb von 50.000 Euro aus dem „Gute Schule 2020“-Programm streichen und diese Projekte aus dem normalen Haushalt finanzieren. Die „Ampel“-Parteien wollen eine bisher nicht verplante 385 000-Euro-Reserve nutzen und ebenso verschiedene Projekte umschichten. SPD-Fraktionschef Henner Schmidt hob die „Großzügigkeit der rot-grünen Landesregierung“ hervor, die das Geld verschenke. CDU-Chef Floßdorf nannte die Förderung „längst überfällig“.

(inla)
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