Dürener Verbände sammeln Unterschriften für Aktion "Wir wollen wohnen"

Unterschriftensammlung : Verbände machen mobil für bezahlbare Wohnungen

„Hier in der Region muss sich ganz dringend etwas tun.“ Ludger Bentlage, Vorsitzender des DGB-Kreises Düren, fasst zusammen, was sein Verband und mit ihm die Wohlfahrtsverbände ganz aktuell fordern: eine soziale und nachhaltige Wohnungspolitik,  mehr sozialen Wohnungsbau und letztlich bezahlbare Mieten.

In einer „konzertierten Aktion“ suchten die örtlichen Führungskräfte vom Arbeitslosenzentrum über christliche Kirchen bis hin zum Paritätischen Wohlfahrtsverband Zustimmung bei den Menschen und sammelten Unterschriften für eine Petition mit dem Titel „Wir wollen wohnen“.

„Zahlreiche ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen könnten statt in teuren Einrichtungen in normalen Wohnungen leben, wenn die denn vorhanden wären“, sagt Kirstin Fuss, die Geschäftsführerin der Dürener Kreisgruppe des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. Wie schon Ludger Bentlage so macht auch sie vor allem die rasant steigenden Mieten in den Städten und Gemeinden des Kreises Düren dafür verantwortlich. Seit 2014, so wird auf eine Erhebung von empirica-systeme verwiesen, hätten sich die Mieten um 16,82 Prozent erhöht. Durchschnittlich 6,39 Euro seien pro Quadratmeter zu entrichten.

Der permanente Anstieg der Mieten treffe auch junge Familien. „Ein Zuzug aus der Rheinschiene in den Kreis Düren ist kaum möglich; das gilt auch für die Beschäftigten“, meint Ann-Katrin Stieber vom DGB.

Bemängelt wird, dass die Sanierung preiswerter Wohnungen in Innenstadtlagen zu einem Verdrängungswettbewerb führen und einfacher sowie erschwinglicher Wohnraum in Randlagen zu finden sei. Gleichzeitig fielen immer mehr Sozialwohnungen aus der Sozialbindung heraus und bei der Ersatzschaffung hinke der Sozialwohnungsbau deutlich hinterher. „Mindestens 25 Prozent der Neubauwohnungen sollten sozialer Wohnungsbau sein“, lautet eine der Kernforderungen, die das „Bündnis für gutes Wohnen“ an seinem Infostand in der Dürener Fußgängerzone erhob.

Neben den Forderungen gegen überzogene Mieterhöhungen bei laufenden oder neuen Mietverträgen, gegen den Verlust von Mietwohnungen durch Umwandlung in Eigentumswohnungen sowie Zweckentfremdung von Wohnraum nimmt die Aktion „Wir wollen wohnen“ auch die Kommunen in die Pflicht. Sie sollen gemeindeeigene Grundstücke nicht länger zu Höchstpreisen anbieten und damit zu hohen Mieten beitragen. Zur Schaffung von öffentlich gefördertem Wohnraum könnten auch die kommunalen Wohnungsunternehmen beitragen.

(sps)
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