Düren/Köln: Dürener Studentin erhält Grimme Online Award

Düren/Köln: Dürener Studentin erhält Grimme Online Award

Jasna Strick hat den Grimme Online Award gewonnen. Gemeinsam mit Nicole von Horst aus Frankfurt und Anne Wizorek aus Berlin hat die Dürenerin am Freitagabend in Köln den hochkarätigen Internetpreis in der Kategorie Spezial entgegen genommen. Die drei Frauen sind für den Hashtag #aufschrei beim Nachrichtendienst Twitter ausgezeichnet worden.

Insgesamt gab es 28 Nominierte beim Grimme Online Award, acht Personen oder Gruppen wurden in den Kategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung sowie Spezial geehrt. Die Laudatio für Jasna Strick, Nicole von Horst, Anna-Katharine Maßmer und Anne Wizorek hat Tagesschau-Sprecher Jan Hofer gehalten.

„Die Preisverleihung im ‚Dock.One’ in Köln“, erzählt Germanistikstudentin Jasna Strick, „war sehr emotional. Wir waren total angespannt, aber am Ende auch sehr gerührt.“

Mit dem Hashtag #aufschrei wurde zum ersten Mal ein Hashtag in der Geschichte des Grimme Online Award prämiert. Ein Hashtag bezeichnet beim Nachrichtendienst Twitter ein Wort mit vorangestelltem Doppelkreuz (#). Mit Hilfe eines Hashtags kann man alle Tweets, also Kurznachrichten, zu einem bestimmten Thema finden.

Mit #aufschrei schaffte es damit auch erstmals ein Diskurs auf das Siegertreppchen. Die Jury würdige „eine gesamtgesellschaftlich in aller Breite geführte Diskussion, die im Web mitgezündet wurde, bei Twitter an Dynamik gewann, sämtliche Mediengrenzen übersprang. Und bis heute Menschen in ganz Deutschland bewegt.“ Der Hashtag #aufschrei bündelte innerhalb kürzester Zeit viele Berichte über Alltagssexismus bei Twitter und hat vielen betroffenen Frauen geholfen, eine Form zu finden über ihre persönlichen Erfahrungen zu berichten.

Schon im Vorfeld der Preisverleihung galt #aufschrei als Favorit für den Preis. „Ein bisschen“, gibt auch Jasna Strick zu, „habe ich schon damit gerechnet, dass wir gewinnen. Aber nur ein bisschen.“ Und während der Preisverleihung, als zum Beispiel das Webprojekt „Leitmedien“, bei dem es um die Berichterstattung über Menschen mit Behinderung geht, keinen Preis bekommen hat, ist Jasna Strick wieder skeptisch geworden. „Das waren meine absoluten Favoriten“, so die Dürenerin.

Den Hashtag #aufschrei hat Anne Wizorek in der Nacht zum 25. Januar initiiert, seit dem gibt es weit über 60.000 Kurzmitteilungen beim Twitter, in denen Frauen ihre Erfahrungen über Alltagssexismus geschildert haben. „Wir haben im Internet eine Debatte angestoßen,“ sagt Jasna Strick. „Und haben den Preis nur stellvertretend für all die Frauen entgegen genommen, die sich beteiligt haben.“ Schön, dass diesen Frauen die Möglichkeit eingeräumt wird, sich „ihre“ Urkunde für den Grimme Online Award im Internet herunterzuladen.

Jasna Strick und ihre beiden Mitstreiterinnen haben sich sehr über die Auszeichnung gefreut. „Menschen, die etwas zu sagen haben“, sagt Jasna Strick, „sollten das Internet nutzen. Man kann etwas bewegen.“ Jasna Strick, Nicole von Horst und Anne Wizorek sind froh, dass mit der Preisverleihung auch das Thema Alltagssexismus, für das es ein eigenes Blog (www.alltagssexismus.de) gibt, im Gespräch bleibt. „Das ist uns ein Anliegen“, so Strick. „Und ich hoffe, dass es so weiter geht.“

Neben der Urkunde haben die drei Frauen eine kleine Glasskulptur gewonnen. Jasna Strick: „Die ist jetzt aber erst einmal mit nach Berlin gegangen, weil da viele Frauen sind, die sich an #aufschrei beteiligt haben. Mal sehen, ob wir uns abwechseln, und er eines Tages auch zu mir nach Düren kommt.“

Mehr von Aachener Nachrichten