Düren: Dürener Stadtentwicklung: Ideen, Visionen und Utopien

Düren: Dürener Stadtentwicklung: Ideen, Visionen und Utopien

Der Professor muss nur zwei, drei Mal in die Hände klatschen, ein wenig seine Stimme heben - und schon ist Ruhe im voll besetzten Stadtmuseum an der Arnoldsweilerstraße. Professor Dr. Wolfgang Meisenheimer, 79, ist eine Kapazität auf dem Gebiet der Architektur und man kann sich lebhaft vorstellen, wie er früher seine Studenten in Düsseldorf in den Bann gezogen hat.

Das gelingt ihm am Mittwochabend bei seinem 2. Bürgergespräch zur Stadtentwicklung mühelos, er ruft: „Wir wollen pünktlich anfangen und pünktlich aufhören...” -das reicht, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Die Gesprächsrunde ist bewusst kurz und knackig angelegt, es ist eine Art Ideenschmiede. jeder, sagt Meisenheimer, dürfe seine Meinung zur Stadtentwicklung sagen, egal, welche es ist, egal, ob utopisch, weil etwa nicht finanzierbar. Darum geht es ihm: Visionen entwickeln! Unkonventionell denken! Diskutieren. Auch träumen. An diesem Abend hat er sich einen Freund eingeladen, einen, mit dem er schon so manches Glas Rotwein getrunken hat, wir kennen uns 50 Jahre, sagt Professor Dr. Roland Günter, als er seinen Vortrag beginnt. Günter ist genau wie Meisenheimer von seiner Passion überzeugt, sie leben Architektur, so scheint es.

Günter kommt aus Oberhausen und hat eine Denkschrift veröffentlicht, deren Titel auch Programm sein kann für den Abend im Stadtmuseum. „Kein Geld? Trotzdem handeln mit Visionen.” Günter ruft dazu auf, eine Stadt erst einmal gründlich kennen zu lernen, dann plädiert er dafür, viel mehr Freiräume zu schaffen, „damit unsere Kinder spielen können”. Ihm geht es um Bewegung, die der Kinder, und auch bei den Erwachsenen. Ihm geht es auch gedankliche Bewegung. Er sagt: „Schauen Sie in jede Ecke Ecke Dürens, erforschen Sie die Stadt, Sie werden dann sehen, ihre Stadt ist nicht hässlich, wenn man hinschaut, ist Düren nicht hässlich”.

Anregungen aus Publikum

Alle Anregungen, die bei den Bürgergesprächen gemacht werden, sollen in einer Broschüre veröffentlicht werden. Das ist das Ziel der Veranstaltungsreihe, die in der SPD Düren geboren wurde. Prof. Meisenheimer aber legt Wert darauf, dass die Reihe nichts mit Parteien zu tun habe, alle, wirklich alle, seien eingeladen, mitzumachen, mitzudenken.

Und Anregungen kamen: Düren solle seine schönen Seiten besser herausstellen, Denkmäler wie den Pletzerturm etwa. Kritisiert wurde der Neubau auf dem Postgelände und die immer noch fehlenden Umgehungsstraßen. Diskutiert wurde über Masterpläne und Möglichkeiten, besonders wertvolle Geschäfte, die zur Attraktivität der City beitragen können, städtischerseits zu unterstützen. Wie gesagt, es ging um Ideen, Visionen und auch Utopien. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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