Kreis Düren: Dürener SPD-Politiker von Ergebnis der Bundestagswahl erschüttert

Kreis Düren: Dürener SPD-Politiker von Ergebnis der Bundestagswahl erschüttert

Betretene Gesichter neben Jubelposen: Die Reaktionen im Kreishaus auf das Wahlergebnis konnten am Sonntagabend unterschiedlicher nicht sein.

„Wir sind mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden. Es hat sich gezeigt, dass es richtig war, die Kommunal unabhängig von der Bundestagswahl durchzuführen”, freute sich Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU). An das künftige Regierungsbündnis von CDU und FDP in Berlin knüpft Spelthahn die Erwartung, dass der Kreis weiterhin Optionskommune bei der Betreuung von Arbeitslosen bleibt: „Da hängen auch in der Verwaltung mehr als 100 Jobs dran.”

Der Dürener CDU-Fraktionschef Karl-Albert Eßer warnte: „Auch wenn die CDU weiter regiert. Es werden schwierige Zeiten werden. Die Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei. Die CDU muss jetzt eine Politik der wirtschaftlichen Vernunft und sozialen Gerechtigkeit zugleich machen.” Rolf Delhougne, Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung, bedauerte, dass offenbar Stammwähler der CDU, die wirtschaftliche Kompetenz gesucht hätten, ins FDP-Lager gewechselt seien: „Die müssen wir zurück holen.”

Der Dürener SPD-Fraktionschef Henner Schmidt zeigte sich „erschüttert” vom schlechten Abschneiden seiner Partei auf Bundesebene. Auf dem kommenden Bundesparteitag dürfe es nur eine Konsequenz geben: „Die komplette Führungsmannschaft der SPD muss ausgewechselt werden. Jetzt müssen fähige Politiker der zweiten Generation nach vorne geholt werden.” Hauptgrund für den Absturz der SPD sei, dass es ihr nicht gelungen sei, die Ungerechtigkeiten seit der Hartz IV-Gesetzgebung zu korrigieren.

Schmidt: Das hat der Wähler nicht vergessen.” Gudrun Zentis (Grüne) indes war bestens aufgelegt: „Die Grünen haben fast überall Zugewinne erzielen können.” Natürlich sei die bevorstehende schwarz/gelbe Bundesregierung „nicht das, was man sich im Grünen-Lager gewünscht” habe. Aber Oliver Krischer, der für die Grünen in den Bundestag einzieht, sei ja aus dem Kreistag „Oppositionsarbeit gewöhnt”. Wichtig sei es jedenfalls, in Krischer einen weiteren Politiker aus der Region in Berlin zu haben.

Helmut Jansen, FDP-Kreisvorsitzender, strahlte: „Die bürgerliche Mitte hat sich bestens behauptet.” Wunschgemäß komme es nun in Berlin zur CDU/FDP-Koalition. Jansen: „Ich bin optimistisch, dass die neue Bundesregierung den Bürger finanziell entlasten wird.” Niko Theodoridis (Die Linke) aus Düren, gab zu, mit einem derartig guten Ergebnis für seine Partei nicht unbedingt gerechnet zu haben. Doch jetzt sei klar: „Wir sind die Gewinner der Wahl.” Es zahle sich eben aus, dass man im Vorfeld der Wahl das intensive Gespräch mit dem Bürger gesucht habe.