Dürener Schatztruhe: 50.000 Euro gespendet

Dürener Schatztruhe : Mit gebrauchter Kleidung Gutes tun

Der Dürener Verein „Schatztruhe“ und sein Second-Hand-Kleiderladen sind ohne Zweifel das, was man eine riesige Erfolgsgeschichte nennen kann.

Vor genau zehn Jahren hat Irmtraut Kloock die Initiative ins Leben gerufen. Und seitdem hat der Verein rund 400.000 Euro an karitative Einrichtungen in der Region gespendet. Allein in diesem Jahr waren es 84.000 Euro.

„Bevor Irmtraut Kloock den Verein gegründet hat“, erzählt „Schatztruhen“-Vorsitzende Rita Krumpen, „gab es in der Gemeinde St. Josef einen Kleiderladen, der allerdings geschlossen wurde. Diese Lücke wollte Frau Kloock damals schließen. So ist die Schatztruhe entstanden.“

Anfangs hatte der Verein ein Ladenlokal an der Friedrichstraße, seit vier Jahren befindet sich das Geschäft mitten in der Stadt, nämllich an der Weierstraße. Krumpen: „Das hat dazu geführt, dass sich die Zahl unserer Kunden und unser Umsatz fast verfünffacht haben. Deswegen können wir auch heute 37 Gruppen und Initiative mit einer Spende helfen.“ Zu den Begünstigten gehörten unter anderem die Louis-Braille-Schule für blinde und mehrfachbehinderte Kinder, der Feuerwehrtopf des städtischen Jugendamtes, der Verein „Ein Licht für Sri Lanka“, eine Stiftung für Heim- und Straßenkinder im bolivianischen La Paz sowie die Jugendabteilung von Alemannia Lendersdorf.

„50.000 Euro“, sagt Krumpen, „waren bisher mit Abstand unsere größte Spende.“ Aber wie ist das überhaupt möglich, mit gebrauchter Kleidung so viel Geld zu erwirtschaften? „Die Menge ist natürlich entscheidend“, sagt Krumpen. „Wir müssen einfach sehr viel verkaufen.“ Weil im Kleiderladen der Schatztruhe, bei dem übrigens rund 40 ehrenamtliche Helfer arbeiten, fast ausschließlich bedürftige Menschen einkaufen, sind die Preise sehr günstig. Ein T-Shirt kostet einen Euro, eine Winterjacke fünf Euro. „Unsere kleinen Preise, für die wir unsere Waren abgeben, bedeutet für die Menschen, die bei uns einkaufen, eine Wohltätigkeit, die in Würde gehüllt ist“, betont Rita Krumpen. „Die Menschen, die bei uns einkaufen, sollen das Geschäft mit einem guten Gefühl wieder verlassen.“

Bedürftigkeit nachweisen

Grundsätzlich kann natürlich jeder in der „Schatztruhe“ einkaufen, die allermeisten Kunden sind aber Menschen mit sehr wenig Geld. „Vor einigen Jahren“, erzählt Rita Krumpen, „ist das Finanzamt auf uns aufmerksam geworden und wollte uns behandeln wie ein ganz normales Geschäft. Damals mussten wir nachweisen, dass zwei Drittel unserer Kunden bedürftig sind.“ Das ist den Verantwortlichen der „Schatztruhe“ auch gelungen. „Wir haben die Namen unserer Kunden notiert“, sagt Krumpen. „Und uns die Kundennummer der Job-com oder die Nummer des Berechtigungsscheines der Dürener Tafel notiert. Natürlich zahlen wir auch Steuern, aber eben weniger als normale Geschäfte. Das ist auch wichtig, damit wir möglichst viel Geld spenden können.“

Bevor Kleider und Spenden in den Verkauf gehen, nehmen Krumpen und ihr Team jedes einzelne Teil genau unter die Lupe. „Wir bieten wirklich nur die Sachen an, die absolut in Ordnung sind. „Aber wir müssen leider auch viele Sachen entsorgen.“ Besonders wichtig ist den Vorstandsdamen der „Schatztruhe“, dass die beiden großen Schaufenster des Geschäftes ansprechend dekoriert sind. „Von außen“, sagt Rita Krumpen, „ist kaum zu erkennen, dass es sich um einen Second-Hand-Laden handelt. Der Laden sieht aus, wie ein ganz normales Geschäft.“

Ressourcen sparen

Die engagierte Vorstandsfrau nennt aber noch einen anderen Aspekt, warum ihr Verein wichtige und nachhaltige Arbeit leistet. Krumpen: „Mode ist doch mittlerweile ein Wegwerf-Artikel geworden. 40 Prozent ihrer Kleidung tragen die Deutschen selten oder nie.“

Dass das stimmt, sei in der „Schatztruhe“ täglich sichtbar. „Wir geben den Sachen ein zweites Leben. Damit helfen wir nicht nur den Menschen, denen es gut geht, sondern auch ein Stück weit unserer Umwelt, weil wir Ressourcen sparen.“