Modern, funktional und nachhaltig: Dürener Rurtal-Gymnasium führt das digitale Klassenbuch ein

Modern, funktional und nachhaltig : Dürener Rurtal-Gymnasium führt das digitale Klassenbuch ein

Moderne Whiteboards anstatt herkömmlicher Tafeln, Tablets als Bestandteil des täglichen Unterrichts — das Thema Digitalisierung von Schule ist längst in aller Munde. Auch am Dürener Rurtal-Gymnasium, einer Ganztagsschule mit 450 Schülern und 45 Lehrern, setzt man sich intensiv mit der Digitalisierung auseinander.

„Der Einsatz von Beamern, Laptops und dem eigenen Smartphone im Unterricht“, sagt Andreas Ritter, zuständig für die IT-Koordination am „Rurtal“, „ist mittlerweile immanenter Bestandteil unseres Alltags.“ Seit diesem Schuljahr geht das „Rurtal“ noch einen Schritt weiter: Als erstes Gymnasium in Düren und eine der ersten Schulen der Region hat die Schule mit dem neuen Schuljahr das digitale Klassenbuch eingeführt.

Elternbriefe, Einladungen zu Pflegschaftssitzungen und Terminvereinbarungen zum Elternsprechtag auf Papier gehören damit genauso der Vergangenheit an wie die grünen Klassenbücher, die Generationen von Schülern kennen — und von Klassenraum zu Klassenraum und nach Schulschluss ins Sekretariat getragen haben.

Eigene E-Mail-Adresse

Alle „Rurtal“-Schüler haben jetzt eine eigene E-Mail-Adresse, die auf „rurtal.de“ endet. Mit Hilfe von Benutzernamen und Passwort können sie beziehungsweise ihre Eltern Daten wie Termine der nächsten Klassenarbeiten, Hausaufgaben oder auch Termine online einsehen. „Schon vorher“, sagt Schulleiter Dr. Werner Hickel, „hatten unsere Schüler die Möglichkeit, von zu Hause Kurse und Arbeitsgemeinschaften zu wählen. Da war die Einführung des digitalen Klassenbuches nur der konsequente nächste Schritt.“

Andreas Ritter spricht sogar von einer „revolutionären Entscheidung“ und erklärt, wie das digitale Klassenbuch funktioniert. „Die Lehrer erfassen auf einem mobilen Endgerät beispielsweise Fehlzeiten, Unterrichtsinhalte, Hausaufgaben, Klassenbucheinträge, aber auch Lob und Tadel.“ Auch über Zensuren ihres eigenen Kindes können Eltern sich mit Hilfe des digitalen Klassenbuches informieren.

Andreas Ritter ist am „Rurtal“ für die IT-Koordination verantwortlich. Foto: Sandra Kinkel

Was die Dokumentationspflichten, wie zum Beispiel die Verwaltung der Fehlzeiten, angehen würde, ergänzt Ritter, sei das digitale Klassenbuch nicht nur genauer, sondern auch viel schneller als das herkömmliche Klassenbuch. Ritter: „Gerade für die Klassenlehrer ist das neue Klassenbuch eine große Arbeitserleichterung. Die Akzeptanz bei den Kollegen für diese Neuerung war wirklich sehr hoch.“ Vielleicht auch deshalb, weil Ritter, Hickel und die stellvertretende Schulleiterin Birgitta Ilbertz mit einem Alter von Anfang 50 schon zu den älteren Lehrern der Schulgemeinde zählen.

„Unser Kollegium ist in der Tat recht jung“, sagt Ritter. „Gleichwohl gibt es aber ein Team von Lehrern, die sich mit dem System besonders auskennen und die anderen natürlich jederzeit unterstützen.“ Gleiches gilt auch für die Eltern. Das Rurtal-Gymnasium bietet regelmäßige Sprechstunden an, wenn Eltern Schwierigkeiten haben, sich die App für das neue Klassenbuch runterzuladen oder überhaupt mit dem System umzugehen.

„Wir haben das digitale Klassenbuch sehr lange vorbereitet“, sagt Birgitta Ilbertz. „Eltern und Schüler wurden immer gründlich informiert. Das ist aus meiner Sicht einer der wesentlichen Gründe, warum die Umsetzung so gut funktioniert.“

Das neue Verfahren ermöglicht es Eltern zudem, direkt mit Lehrern in Kontakt zu treten. „Das passiert auch“, sagt Hickel. „Aber in einem sehr moderaten Rahmen. Sicher gibt es einige wenige Eltern, die es etwas übertreiben, aber das kann man in einem persönlichen Gespräch gut klären.“ Grundsätzlich würden die Eltern es begrüßen, direkt am Schulleben teilhaben zu können. „Unsere Schüler“, sagt Birgitta Ilbertz, „müssen nicht mehr als Postbote fungieren. Mit dem digitalen Klassenbuch ist sichergestellt, dass Informationen an die Eltern auch wirklich ankommen.“

Natürlich, ergänzt der Schulleiter, habe es anfangs auch durchaus skeptische Stimmen gegeben. Hickel: „Manche haben befürchtet, dass ein digitales Klassenbuch zu transparent ist, andere hatten Sorge, dass es vermehrt zu technischen Problemen kommt. Das sind aber aus meiner Sicht nur Scheingefechte. Es gibt deutlich mehr Vor- als Nachteile.“

Server in Europa

Auch datenschutzrechtliche Bedenken konnten die Verantwortlichen vom „Rurtal“ ausräumen. „Unser Server steht in Europa“, erklärt Ritter. „Das ist wichtig, weil so die europäischen Datenschutzrichtlinien gelten. Selbstverständlich haben wir Datenschutzverordnungen, die alle Schüler und Eltern unterschrieben haben. Aber das ist ja sowieso selbstverständlich.“

Zum Schluss nennt Andreas Ritter noch Nachhaltigkeit als weiteren Vorteil des digitalen Klassenbuches. „Neben aller schon genannten Vorteile“, sagt er, „spart das neue System natürlich auch jede Menge Papier. Wir kaufen einfach keine Klassenbücher mehr und müssen keine Briefe an die Eltern vervielfältigen.“

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