Dürener Orchestergemeinschaft feiert ihr 60-jähriges Bestehen

Düren : Dürener Orchestergemeinschaf feiert Jubiläum mit buntem Programm

Regionalkantor Hans-Josef Loevenich und seine Mitstreiter der Dürener Orchestergemeinschaft (DOG), an der Spitze Vorsitzender Klaus Broscheid, hatten zum 60-jährigen Bestehen ein buntes Programm zusammengestellt.

In der Marienkirche konzertierte die DOG mit dem Kirchenchor St. Anna und St. Marien sowie vier Gesangssolisten und einer Flötistin.

Die Einleitung in den Event bestritten zwei Kompositionen von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809 bis 1847). Unter dem Dirigat von Hans-Josef Loevenich, der die Gesamtleitung des Konzerts innehatte, spielte das Orchester „Heimkehr aus der Fremde“ mit den Sätzen Andante und Allegro di molto. Leise und sachte wurden die Festgäste in das Geschehen eingeführt, offenbar abgestimmt auf den Totensonntag.

Melanie Boving sang bei Mendelssohn-Bartholdys „Salve Regina“ engagiert und akzentuiert das berühmte Sopransolo. Mit dem „3. Akt“, der „Schöpfungsmesse“ von Joseph Haydn (1732-1809), führten Musiker und Sänger die Hörer zeitlich zurück in die Klassik. Dominant bei inhaltlich dramatischen Passagen agierten Sopran, Tenor und Violinen, danach trugen, immer wieder angenehm gedämpft, Bass und Basso Continuo zur Beruhigung bei. Die Gesangssolisten waren Melanie Boving (Sopran), Ricarda Hilbert (Alt), Norbert Hilbert (Tenor) und Albert Müller (Bass).

Einen besonderen musikalischen Leckerbissen präsentierte Flötistin Ines Rasbach. Im „Konzert für Flöte und Orchester und Basso Continuo“ von Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) beherrschte sie die Sopranino, eine kleine, unscheinbare Blockflöte, virtuos und akrobatisch. Ihr Motto: „Was man mit einer kleinen Blockflöte alles machen kann“. Orchester und Basso Continuo verschmolzen ob des fantastischen Vortrags zu einem malerischen Hintergrundbild. Wie um das Flöten-Solo nicht zu stören, berührten die Bögen die Violinsaiten langsam und sachte. Bewegung brachte allein die kleine Flöte, die mit ihren vielen Artgenossen vielen Generationen im Rückblick auf die eigene Schulzeit noch in zwiespältiger Erinnerung sein wird.

Schlussakkord

Den Schlussakkord setzte das Geburtstagskind, die 60 Jahre alte DOG, mit Franz Schuberts (1797 bis 1828) „Symphonie Nr 5. B-Dur“, ein schöner, teils fröhlicher Geburtstagsgruß aus der Romantik.

Gegründet wurde die DOG von dem legendären Musiklehrer des Städtischen Naturwissenschaftlichen Mathematischen Gymnasiums, Eduard Maria Jeßnitz. Die Schule ist heute als Gymnasium am Wirteltor (GaW) bekannt. Der amtierende zweite Vorsitzende, Georg Neulen, der immer noch seinen Kontrabass „bearbeitet“, ist Gründungsmitglied und kann spannende Geschichten aus dieser Zeit erzählen. Auf die Ära Jeßnitz folgte 30 Jahre lang die Ära Heinrichs. Wilhelm Heinrichs dirigierte bei der Einweihung des Dürener Rathauses und schwang den Dirigentenstab beim Start der Städtepartnerschaft zwischen Düren und Valenciennes.

Auf Heinrichs folgte Hans-Josef Loevenich, der Kantor von St. Anna, der jetzt schon seit Jahren den Taktstock schwingt. „Die Stadt Düren kann sich glücklich schätzen“, schreibt Loevenich in seinem Grußwort zum Jubiläum, „dass sie mit der DOG ein Laienorchester in ihrem kulturellen Angebot hat, das auch in schwierigen Zeiten das Interesse an symphonischer Musik wachhält.“

In seiner Festtagsrede im Beisein vieler Honoratioren aus Kirche, Kultur und Politik stellte Klaus Broscheid, Vorsitzender der DOG, die Frage, ob das Orchester, mit 60 Jahren im Rentenalter, auch in Rente gehen sollte. Natürlich nicht, denn, so Broscheid, seit langem schon ständen Musical und Co. in den Programmen, Jazz und „Zigeunerweisen“ vertont von Komponisten wie Astor Piazzolla, belebten die Konzerte. Bei all dem Innovativen, versprach der Vorsitzende, würden Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Frederic Chopin nicht vernachlässigt.

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