Düren: Dürener LVR-Klinik: Neue Nutzung für alte Gebäude gesucht

Düren: Dürener LVR-Klinik: Neue Nutzung für alte Gebäude gesucht

Es klingt vielleicht dramatischer als es tatsächlich ist: „Im Prinzip bauen wir die ganze Klinik neu“, erklärt Michael von Brederode, kaufmännischer Direktor der Dürener LVR-Klinik. Das alte Haus 11 musste weichen, stattdessen konnte im März 2013 ein Neubau in Betrieb genommen werden.

In wenigen Wochen startet auf dem LVR-Gelände für rund 20 Millionen Euro der zweite Bauabschnitt, der 2016 fertiggestellt sein soll. Der nächste Schritt: Das Standardbettenhaus, ein großer Betonbau, soll direkt danach kernsaniert werden. Im Jahr 2018 hätte sich die Klinik dann quasi neu erfunden: moderne Räume für eine zeitgemäße psychiatrische Versorgung. Vier Jahre bleiben von Brederode, um nun ein ganz anderes Problem zu lösen: Was macht man mit den Gebäuden, die dann frei und nicht mehr benötigt werden? „Wir wollen gemeinsam mit der Stadt frühzeitig ein Konzept für die mögliche Nachfolgenutzung entwickeln und befinden uns im Moment in der Sondierungsphase“, verdeutlicht von Brederode.

Michael von Brederode: „Im Prinzip bauen wir die ganze Klinik neu.“ Für die alten Gebäude muss deshalb ein Nachfolgekonzept her. Foto: B. Giesen

Schon jetzt stehen mit Haus 1 und Haus 8 zwei Gebäude seit Jahren leer. Weitere Gebäude werden folgen, wenn Neubau und Sanierung abgeschlossen sind. Das Problem: Das Gebäude-Ensemble in der Klinik-Mitte steht unter Denkmalschutz. Eine Sanierung und weitere Nutzung wäre für den Landschaftsverband Rheinland zu kostenintensiv — mal ganz abgesehen davon, dass es den Bedarf für die Räumlichkeiten nicht mehr gibt.

Eines der beiden Häuser, die derzeit schon leer stehen und für die eine neue Nutzung gesucht wird. Foto: B. Giesen

„Natürlich fällt einem als erstes die Nutzung für betreutes Wohnen ein. Denkbar ist aber auch eine kleingewerbliche Nutzung, zum Beispiel in Form von Architekturbüros, Künstlerateliers oder Werbeagenturen“, entwickelt van Brederode erste Vorstellungen. Eine Überlegung ist vorerst geplatzt: Für das so genannte Freshman-Programm sollten Studenten für ein bis zwei Jahre auf dem Gelände untergebracht werden. „Dafür hätten wir aber sehr kurzfristig 80 Wohneinheiten zur Verfügung stellen müssen. Das war nicht realisierbar“, erklärt der kaufmännische Direktor.

Grundsätzlich sei die Unterbringung von Studenten auf dem LVR-Gelände aber eine mögliche Variante — „vielleicht ist die Lösung aber auch die Mischung aus allen Ideen“, ergänzt von Brederode. Eine andere Option hingegen ist in der konkreten Planung: Für die Klimaschutzsiedlung in Düren-Nord mit 56 Einfamilienhäusern an der Alten Jülicher Straße würde das Gelände vom LVR kommen.

Begeistern kann er sich von Brederode auch deshalb für die Ideen zur Nachfolgenutzung, weil die Klinikleitung schon seit längerer Zeit darauf setzt, das von einigen Dürenern immer noch als abgeschlossenen Bereich wahrgenommene Gelände weiter zu öffnen. Von Brederode: „Der Blick auf die Psychiatrie hat sich geändert. Wir sind kein abgeschlossenes Areal mehr, wir wollen integriert sein.“

Sinn macht auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Düren — nicht nur, weil sie später auch die Pläne genehmigen muss. „Wir drängen auf eine Gesamtlösung“, erklärt auch Bernd Kürten, Leiter des Dürener Amtes für Stadtentwicklung, immerhin muss schließlich auch die Frage geklärt werden, was aus dem Rheinischen Blindenheim und dem Kindergarten Villa Kunterbunt wird — beide Gebäude in der Meckerstraße stehen inzwischen ebenfalls leer. „Wichtig aus unserer Sicht ist, dass der Landschaftsverband frühzeitig klärt, welche Gebäude wann frei werden“, betont Kürten. Von Brederode wünscht sich einen Ideenwettbewerb oder zumindest Investoren, die eigene Ideen mitbringen. Die, sagt er, müssten allerdings zwei Punkte berücksichtigen: „Der Parkcharakter muss erhalten bleiben und die Nutzung muss mit dem Anliegen der Klinik kompatibel sein.“