Kreis Düren: Dürener Kreishaus: Zwei Künstler, eine Ausstellung

Kreis Düren: Dürener Kreishaus: Zwei Künstler, eine Ausstellung

„Dies ist ein wirkliches Highlight”, schwärmte Käthe Rolfink, als sie zahlreiche Gäste zur Eröffnung der Ausstellung „Fügung - Eingefügt - Zusammengefügt” im Kunst- und Kulturforum des Dürener Kreishauses, Bismarckstraße, begrüßte.

„Ein Schmuckstück” hätte die Vorsitzende des Kreis-Kulturausschusses auch sagen können, denn die Werke der Malerin Bina Placzek-Theisen und des Goldschmiedemeisters Gerd Frank schmücken das Kreishaus im wahrsten Sinne des Wortes.

Kunst aus edlen Materialien

So zeigt der Aldenhovener Gerd Frank unter anderem rund 70 Ringe, Ketten, Armreifen, Broschen und Amulette. Als gelernter Gold- und Silberschmied beherrscht er sein Handwerk; dank seiner Intuition entstanden unter seinen Händen wirkliche Kunstwerke aus Perlen, edlen Steinen und glänzendem Metall.

Käfer, Fische, Vögel - wenn er figürlich arbeitet, bezieht er gerne Tiere in seine Kreationen ein. Neben den Kleinodien zeigt Gerd Frank rund 20 Skulpturen und Bilder. Es sind fein ziselierte Figuren aus glänzendem Metall, die er mit Fundstücken aus der Natur - zum Beispiel Schwemmholz, Wurzelholz oder Schiefer - zu unverwechselbaren Kunstwerken vereint.

Die aus Metallblechen herausgetriebenen Figuren sind durchweg weiblich. So lauten die Titel etwa „Die Badende”, „Die Mondgöttin”, „Artistin” oder „Leichtes Mädel”. „Zwischen naiver Urwüchsigkeit und gekonnter Abstraktion bewegt sich sein Werk. Und stets werden Geschichten erzählt”, unterstrich die Kunsthistorikerin Dorothée Schenk, die die Gäste in die Ausstellung einführte.

Träume, Fantasien, Wahrheiten

Bilder sind Erzählungen ohne Worte, sie zeigen Träume, Fantasien und Wahrheiten: Diesem Leitbild folgt die Linnicher Künstlerin Bina Placzek-Theisen. Sie hat Lebensfetzen mit Kreide, Tusche und Deckweiß auf farbiges Papier gebracht.

Bina-Art bevölkert ihre Welt mit traumgefangenen Figuren. Relativ kleine Quadrate reichen ihr aus, um Menschen zu zeigen, die eingefügt sind in Systeme und Abhängigkeiten. „Dabei bedeuten schwarz und weiß nicht negativ und positiv”, wie Dorothée Schenk anmerkte. Die Titel der Bilder, normalerweise Fingerzeige für die Deutung, unterstützen diese Doppelbödigkeit.

„Zäher Tropfen reißt den Himmel”, „Stürmisch bläst das Sein” oder „Der Schlaf der Erkenntnis” heißt es da. Im Vorbeigehen wird man auch diesen satirisch-humoresken Bildern nicht gerecht. Die Werke zweier Künstler wurden zusammengefügt zu einer Ausstellung - da lohnt der Besuch des Kreishauses (bis zum 24. Februar) doppelt.

Musikalisch wurde die Vernissage von Arne Schenk (Gitarre, Gesang) und Norbert Garitz (Keyboard) gestaltet.

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