Niederau: „Dürener Köpfe“ regen zur Diskussion an

Niederau: „Dürener Köpfe“ regen zur Diskussion an

„Die 14-tägigen Kulturtage des Lions Clubs sind bester Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt“, sagte Fred Kessel, „und das in diesem Jahr schon zum 15. Mal in ununterbrochener Reihenfolge.“ Damit stimmte der diesjährige Präsident des „Lions Clubs Düren Marcodurum“, Fred Kessel, in seiner Begrüßung mit dem Hausherrn von Schloss Burgau, Bürgermeister Paul Larue, überein.

Der Nutzen der Kulturtage liegt für beide Seiten auf der Hand: Kultur wird geschaffen, gezeigt und wirbt für die Stadt. Umgekehrt können mit dem Erlös Hilfsbedürftige in Stadt und Region unterstützt werden. Präsident Fred Kessel wartete mit Zahlen auf: Bis dato hat der Lions Club Marcodurum 300.000 Euro an Hilfsorganisationen und an den so genannten „Feuerwehrfonds“ gegeben.

Doch im Mittelpunkt zum Einstieg in die Kulturtage standen — wie jedes Jahr — die „Dürener Köpfe“, also Künstlerinnen und Künstler aus Düren und der Region, die ihre Bilder, Fotografien und Skulpturen in den Räumen der Hauptburg präsentieren. In diesem Jahr sind es drei Männer und zwei Frauen, die auf mehreren Etagen des Schlosses um die Gunst der Gäste buhlen.

Michelle Fraikins Fotografien, in verschiedenen Formaten, zeigen „Inszenierungen von futuristisch gestylten Modellen an besonderen Orten“. So beschrieb die Laudatorin der Vernissage, Dr. Renate Goldmann, Leiterin der Dürener Museen, die Werke der Fotografin. Der Betrachter ist mit der Aufgabe betraut, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden, eine lohnende Mühe. Die expressiven Metallobjekte und Skulpturen von Tilman Schmitten nehmen sich der Themen und Probleme des 21. Jahrhunderts an. Schmitten erarbeitet seine Werke in traditioneller Schmiedetechnik. Neben Metall verknüpft er Materialien wie Knochen, Steine, Holz und Gummi zu Collagen. Goldmann bezeichnete Schmittens Objekte als „Mahnmale kritischer Naturbeobachtungen“. Der Dritte im Bunde ist Dieter Stang. Stangs Material ist das Glas. Dieses Material kennt er durch seine Tätigkeit als Leiter der Produktentwicklung in den Schott-Zwiesel-Werken außerordentlich gut. Zu sehen sind ungewöhnliche Bildcollagen in verschiedenen Formen, die ihre eigenen Geschichten erzählen.

Besonders intensiv geht Walter Dohmen in seinen Grafiken auf das Thema „Dürener Köpfe“ ein. Menschliche Figuren aller Art, unter ihnen viele Köpfe, die sich erst beim Näherkommen als solche entpuppen, verwirren, verunsichern, machen hier und da sogar Angst in ihrer Düsternis.

Schon während der Vernissage regten die Gemälde von Ingrid Weber zur Diskussion an. „Die Bilder sind in materieller Reinform zu lesen“, forderte Renate Goldmann die Gäste auf. „Die Machart ist Ab-straktion in ihrer reinsten Form. Im Mittelpunkt steht die Farbe. Farbe übernimmt die Identität des Bildes“, betonte Goldmann. Unter den zahlreichen Gästen waren auch zwei Geschäftsleute aus der ukrainischen Partnerstadt Stryi. Die Kunstwerke sind bis zur Finissage am 6. April zu sehen. Am Sonntag ging das umfangreiche Programm der Kulturtage direkt weiter — mit dem beliebten Familientag.