Düren/Berlin: Dürener in Berlin: Die alte Heimat nie vergessen

Düren/Berlin: Dürener in Berlin: Die alte Heimat nie vergessen

Wussten Sie, dass der Chef der saarländischen Staatskanzlei, Jürgen Lennartz, aus Düren stammt? Oder dass die Leiterin des „Referates 11“ beim Bundespräsidialamt, Antje Siebenmorgen, ebenfalls eine Dürenerin ist, die somit im Auftrag von Bundespräsident Gauck verantwortlich für Bürgerbüro, Eingaben und Petitionen, Künstlerhilfe, Glückwünsche und Kondolenzen zeichnet?

Marcus Gülpen wusste das lange Zeit nicht. „Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Dürener in Berlin und Brandenburg leben und arbeiten. Und wie viele regelmäßig zwischen Düren und der Bundeshauptstadt hin und her pendeln.“ Marcus Gülpen hat vor über zehn Jahren die Gruppe „Dürener in Berlin und Brandenburg“ ins Leben gerufen, alle zwei Monate treffen sich die „DIBBS“ und plaudern — unter anderem — über die alte Heimat. „70 Prozent leben tatsächlich fest in Berlin“, sagt Rechtsanwalt Gülpen, „30 Prozent sind Pendler. Zum Beispiel nehmen auch Bürgermeister Larue oder Stefan Knodel manchmal an unseren Treffen teil.“

Mit von der Partie sind die Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel (CDU) und Dietmar Nietan (SPD), die frühere Leiterin des Leopold-Hoesch-Museums, Dr. Dorothea Eimert, Pianist Lars Vogt und der bekannte Restaurantkritiker Heinz Horrmann. Und auch Johannes Geißmann, Ex-Kämmerer, und Ansgar Graf, politischer Korrespondent bei der „Welt“ kommen hin und wieder zu den Treffen. „Seit dem es diese Gruppe gibt“, schmunzelt Marcus Gülpen, „werde ich immer wieder auf Dürener hingewiesen, die in Berlin leben. Das ist wirklich erstaunlich. Und es ist lustig, wie ich von allen Ecken auf Dürener aufmerksam gemacht werde.“

Die „DIBBS“ treffen sich in rheinischen Kneipen, die es in der deutschen Hauptstadt gibt, manchmal organisiert ein Gruppenmitglied aber auch Führungen oder Vorträge. Vor einiger Zeit haben die „DIBBS“ den Vorstoß gewagt, in Berlin eine „Dürener Straße“ zu bekommen. Marcus Gülpen: „Dabei sind wir aber auf massenweise Widerstand gestoßen und letztlich auch gescheitert.“ Der Grund ist schnell erklärt: In Berlin müssen zur Erfüllung einer Quote neue Straßennamen weiblich sein — bis die Geschlechter gleichberechtigt vertreten sind. Marcus Gülpen: „Wir haben dann versucht, in Berlin einen Stolperstein für einen Dürener Mathematiker zu bekommen und hatten deswegen auch schon Kontakt zu Bezirksverordneten aufgenommen. Aber dieses Projekt ist letztlich an der Finanzierung gescheitert.“

Aber auch ohne äußeres Zeichen haben die „DIBBS“ nie den Kontakt zur alten Heimat verloren, da spielen auch die rund 620 Kilometer Entfernung zwischen Düren und Berlin keine Rolle. Marcus Gülpen: „Es interessiert uns auch, was in Düren passiert. Zum Beispiel fand ich es schon sehr spannend, wie die Kommunalwahl am vergangenen Sonntag ausgegangen ist.“

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