Düren: Dürener Gert Engels trainiert bald Lukas Podolski

Düren: Dürener Gert Engels trainiert bald Lukas Podolski

Zwei Anrufe am letzten Tag des vergangenen Jahres haben dem Leben des Gert Engels eine andere, alte Richtung gegeben: Der Dürener Fußball-Trainer steigt am Sonntag in ein Flugzeug und fliegt wieder nach Japan. In Kobe wird der 60-Jährige am Mittwoch, 17. Januar, seine Arbeit als Co-Trainer des Erstligisten Vissel aufnehmen, des Clubs, für den Lukas Podolski stürmt.

„Ich hatte schon nicht mehr mit einem Anruf aus Japan gerechnet“, sagte Engels am Freitag während eines Gesprächs in einem Dürener Café. Denn: Kobes Chefcoach Takayuki Yoshida, im Herbst nach der Entlassung seines brasilianischen Vorgängers auf den Posten des Cheftrainers gehoben, hatte die letzten drei Saisonspiele und auch das Halbfinale des Kaiserpokals — dem japanischen Pendant zum DFB-Pokal — verloren. Eine Verlängerung des Vertrages schien ausgeschlossen.

Dann aber rief am letzten Tag 2017 Yoshida an und erklärte, sein Vertrag sei doch verlängert worden. Gleichzeitig kündigte der 1977 geborene Fußballtrainer Engels einen Anruf seines Clubs noch vor Ablauf des Jahres an. Dieses Telefonat erfolgte, der Rest war Formsache. Denn: Yoshida und Engels hatten in Frage einer Zusammenarbeit gute Vorarbeit geleistet, schließlich wollte der Japaner den Deutschen an seiner Seite.

Zuletzt 2008 als Trainer in Japan

Doch warum? Schließlich hatte Engels 2008 zum letzten Mal als Trainer in Japan gearbeitet, war bei den Urawa Red Diamonds entlassen worden. Speziell über seine Fußballschule, die jungen japanischen Kickern die Gelegenheit gibt, in Deutschland auf sich aufmerksam zu machen, blieb der Kontakt des mit einer Japanerin verheirateten Deutschen ins fernöstliche Land zwar bestehen, aber ausschlaggebend war ein anderer Umstand: Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts avancierte Yoshida unter dem Cheftrainer Gert Engels bei den Yokohama Flügels zum Stammspieler. Die Saison des Jahres 1998 krönten sie mit dem Gewinn des Kaiserpokals.

Mit diesem Triumph endete zwar die Zusammenarbeit von Trainer und Spieler. Als Gegner trafen sie in den nächsten Jahren immer wieder aufeinander. Teilweise zum Leidwesen von Engels: „Yoshida hat immer gegen meine Teams getroffen.“ Der Kontakt riss aber auch während Engels‘ zweijähriger Tätigkeit als Nationaltrainer von Mozambik nicht ab, und so fragte Ende des vergangenen Jahres der Japaner Engels, ob er als sein Co-Trainer nach Kobe kommen wolle. Engels wollte. Doch weil die Vertragsverlängerung des Clubs mit Yoshida sich immer wieder hinauszögerte, glaubte der Dürener schließlich nicht mehr an eine Rückkehr nach Japan.

Seine Arbeit in Kobe nimmt Engels ohne seine Familie auf. Seine Ehefrau bleibt in Düren. Die Tochter wird weiter in England Fußball spielen, jetzt bei einem Drittligisten. Der Sohn versucht, nach langer Verletzungspause in der U19 von Fortuna Düsseldorf den Anschluss zu finden. Aber: „Weil unsere Saison ja von der Weltmeisterschaft unterbrochen wird, werde ich während dieser Pause wieder nach Düren kommen.“

(sis)
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