Düren: Dürener Azubis entwickeln umweltfreundliche Klimaanlage

Düren : Dürener Azubis entwickeln umweltfreundliche Klimaanlage

Die 1200 Quadratmeter große Lehrhalle für die Isola-Azubis hatte alles Nötige — nur keine Klimaanlage. Drei der Lehrlinge haben das geändert, indem sie eine Kühlanlage entwickelt haben, die nur mit Wasser aus der Rur gespeist wird. Mit dieser CO2-freundlichen Variante haben sie zusätzlich noch einen Umweltpreis in Berlin eingeheimst — bei einem Wettbewerb des Bundesumweltministeriums und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Die drei Preisträger heißen Saskia Schmitz, Clemens Thiebes und Mateusz Zielany. Gleichzeitig dürfen sie sich bei der Birkesdorfer Firma, die Basismaterialien für Leiterplatten herstellt, als sogenannte Energiescouts bezeichnen. Das heißt: Sie schauen im Unternehmen, wo Energie und somit auch Kosten gespart werden können — um auf diese Art auch Umweltschutz zu betreiben. Als der Aufruf zu besagtem Wettbewerb für Energiescouts im Einzugsbereich der IHK Aachen kam, war für die Drei schnell klar, dass die Kühlanlage ihr Projekt wird. Weil es unter zehn Teilnehmern das beste war, qualifizierten sie sich für Berlin. Dort wurden rund 70 Projekte vorgestellt.

Die preisgekrönte Anlage funktioniert recht einfach: Über bereits vorhandene Leitungen fließt das Rurwasser in Räume. Die Leitungen sind im Brandfall für Löschwasser vorgesehen. Über vier Ventilatoren wird die Temperatur des Wassers dann als Luftkühlung genutzt. Die Temperatur ist vom Wasser selbst abhängig, denn die Anlage kühlt das Wasser nicht weiter herunter — weil die Temperatur eben nicht frei wählbar ist, handelt es sich um eine Kühl- und nicht um eine Klimaanlage. „Bis zu fünf Grad kühler als die Außentemperatur erzeugt die Anlage“, erklären die drei Preisträger, die verschiedene Berufe ausüben.

Clemens Thiebes, 30, ist Mechatroniker, Mateusz Zielany, 25, Elektrotechniker und die 21-jährige Saskia Schmitz ist im kaufmännischen Bereich tätig. Die beiden Männer haben sich auf das Technische fokussiert und auch den entsprechenden Technikkasten sowie die Steuerung der Anlage entwickelt; Saskia Schmitz hielt als Organisatorin die Fäden in der Hand und schaute auf die Finanzen — insgesamt 12.272 Euro hat das dreimonatige Projekt gekostet. Nach zwei Jahren sollen diese sich amortisieren.

Weitere Zahlen, die auch für den Betrieb den Erfolg des Projekts belegen würden: Isola spare im Vergleich zu einer herkömmlichen Kälteanlage rund 6000 Euro, 46.000 kWh Strom (etwa 85 Prozent) und 24 Tonnen CO2 ein. Ausbildungsleiter Michael Weber und Thorsten Hauschildt aus dem Energiemanagement der Firma bezeichnen die Arbeit des Trios als „außergewöhnliche Leistung“. Personalchef Rainer Deliege hatte seine Auszubildenden bereits nach der Teilnahme bei der IHK Aachen belohnt. Er betont: „Die Wettbewerbe sind wertvoll. Die Auszubildenden lernen eine Menge neben der normalen Arbeit.“

„Kein Geschäftsmodell“

Der zweite Punkt ist das, was die drei Preisträger unisono bestätigen. Die Motivation war bei Clemens Thiebes gar so groß, dass er Berechnungen und Zeichnungen auch zu Hause gemacht hat. „Ich musste es nicht, Zeitdruck hatte ich nicht. Es hat einfach Spaß gemacht“, sagt der 30-Jährige. Die größte Herausforderung sei es am Ende gewesen, die Anlage in der dicken Betondecke zu montieren — die Drei kamen deswegen auch etwas in Zeitdruck.

Michael Weber und Thorsten Hauschildt halten das erfolgreiche Projekt für zukunftsträchtig, „aber es wird sicher keine Geschäftsidee“. Das Birkesdorfer Unternehmen überprüft nun auf jeden Fall, ob sie weitere dieser Anlagen im Betrieb einsetzen kann.

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