Düren: Zwei Jungs gründen die "Jugendpolitische Initiative Düren"

Der Jugend fehlt eine klare Stimme : Zwei Jungs gründen die „Jugendpolitische Initiative Düren“

Zu den „Fridays for future“-Demonstrationen, die am 5. April, zum zweiten Mal in Düren stattfinden sollen, haben Julius Stockheim (15) und Nils Kröker (16) aus Düren sehr unterschiedliche Meinungen.

„Es ist gut, dass so viele Jugendliche, auch in Düren, auf die Straße gehen. Und es ist gut, dass sie das während der Schulzeit tun, weil dann die öffentliche Aufmerksamkeit größer ist“, sagt Nils Kröker. Julius Stockheim erwidert: „Das sehe ich anders. Die Tatsache, dass während der Schulzeit demonstriert wird, führt dazu, dass viel mehr über die Verletzung der Schulpflicht als über das Problem Klimawandel gesprochen wird. Das ist schlecht.“

Das Beispiel zeigt, dass Julius Stockheim und Nils Kröker politisch interessiert sind. Vor allem interessieren die Schüler sich aber für Kommunalpolitik. Beide haben am Projekt„KidS“ – also „Kommunalpolitik in der Schule“ teilgenommen und dabei Kommunalpolitikern aus Düren mehrere Wochen bei ihrer Arbeit über die Schulter geschaut. „Das hat viel Spaß gemacht und war auch sehr interessant“, sagt Julius Stockheim.

„Wir haben aber auch gemerkt, dass die Jugend in der Politik keine klare Stimme hat. Und das wollen wir ändern.“ Julius Stockheim und Nils Kröker haben mit Lars Hilgefort, Fabian Chun und Ahmet Can Kizir die „Jugendpolitische Initiative Düren“ (Jupo) gegründet. „Wir sind parteiübergreifend“, sagt Nils Kröker. „Und das ganz bewusst. Natürlich haben die Parteien Jugend- und teilweise sogar Schülerorganisationen, aber deren Mitglieder können auf kommunaler Ebene nicht wirklich etwas bewirken.“

Julius Stockheim (rechts) und Nils Kröker interessieren sich für Kommunalpolitik. . Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Die Initiatoren von „Jupo“ gehen einen anderen Weg. Julius Stockheim: „Wir wollen uns ein- bis zweimal im Monat in verschiedenen Schulen treffen, um über die Themen zu sprechen, die die Jugendlichen bewegt,“ Das können genauso schlechte Busverbindungen wie eine miserable Ausstattung der Schulen oder ein zugemüllter Sportplatz sein. „Wir sind völlig offen“, erklärt Julis Stockheim. „Und je nach Thema überlegen wir, wie wir das Problem angehen.“

Bei Schwierigkeiten in einer Schule, ergänzt Kröker, wolle man zunächst das Gespräch mit dem Direktor suchen. „Und vielleicht gibt es auch die Chance selbst etwas zu tun.“ Kröker nennt ein Beispiel: „Wenn es nur darum geht, dass ein Klassenraum neu angestrichen werden muss, versuchen wir zu klären, ob es jemanden gibt, der die Farbe bezahlt. Das Streichen können wir selbst übernehmen. Es geht nicht darum, nur Forderungen zu stellen. Wir wollen auch Dinge anpacken, aktiv werden.“

Gleichwohl haben die Jugendlichen schon ein erstes Gespräch mit Bürgermeister Paul Larue (CDU) geführt, um ihre Initiative vorzustellen. Außerdem werden sie bei ihrer Arbeit von Carina Salentin vom städtischen Jugendamt und der Schulsozialarbeiterin Sarah Schunck unterstützt. Julius Stockheim erklärt: „Bei Themen wie der Digitalisierung an Schulen und besserer Busverbindung sind wir auf die Politik angewiesen. Wir hoffen einfach, dass unsere Stimme auch gehört wird.“ Davon, dass „Jupo“ bei Jugendlichen Akzeptanz findet, sind die Schüler überzeugt. „Es stimmt nicht, dass junge Leute sich nicht für Kommunalpolitik interessieren“, sagt Nils Kröker. „Viele haben nur keine Lust, in eine Partei zu gehen. Und das ist eben das Gute bei uns: Wir sind parteiübergreifend.“

Stimmrecht im Stadtrat

Wenn Julius Stockheim und Nils Kröker einen Wunsch frei hätten, würden sie sich Stimmrecht für ein „Jupo“-Mitglied im Dürener Stadtrat wünschen. „Das wäre sehr cool“, sagt Julius Stockheim. „Aber das ist natürlich noch absolute Zukunftsmusik.“

Jugendliche, die Lust haben, bei der „Jugendpolitischen Initiative Düren“ dabei zu sein, sollten zwischen 14 und 20 Jahre alt sein und im Kreis Düren wohnen. Nähere Informationen zu der Initiative gibt es per E-Mail an jupodueren@gmail.com oder auf der Instagram-Seite @jupodueren. Derzeit arbeiten Julius Stockheim, Nils Kröker und ihre Mitstreiter auch an einer eigenen Internetseite.