Düren: Düren und Merzenich: Kein Wasser mehr aus der Rur

Düren: Düren und Merzenich: Kein Wasser mehr aus der Rur

Die Bewohner aus Düren und Merzenich werden ihr Trinkwasser ab 2012 nicht mehr vom Wasserwerk in Obermaubach - und damit direkt aus der Rur - erhalten. Bezogen wird der größte Teil des Wassers künftig über die WAG (Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel) aus der Wehebachtalsperre.

Wie Stadtwerke-Geschäftsführer Heinrich Klocke und Prokurist Winfried Zach am Freitag erläuterten, soll der Vertrag in den nächsten Tagen unterzeichnet werden.

Die Stadtwerke Düren (SWD) setzen jährlich etwa 5,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser um. 3,2 Millionen Kubikmeter sollen für mindestens 30 Jahre aus der Wehebachtalsperre über eine bereits bestehende Pipeline nach Düren fließen. 1,5 Millionen Kubikmeter wollen die Stadtwerke durch die Erweiterung der Brunnen an der Dr.-Overhues-Allee gewinnen, 800.000 Kubikmeter werden vom Wasserwerk in Ellen geordert.

Bei Bedarf will man Wasser vom Wasserwerk Concordia in Kreuzau zukaufen. Das Wasser wird in den Speicherbehältern auf dem Annakirmesplatz in Düren gemischt. Fest stehe bereits, dass der Kunde besonders weiches Wasser erhalte, so Zach am Freitag.

Bislang wurde das Trinkwasser für die Dürener aus der „fließenden Welle” der Rur gewonnen, doch das wird künftig nur noch in Notfällen möglich sein. Das Wasserwerk in Obermaubach soll für solche Fälle in Reserve gehalten werden. Auch das Labor bleibt dort.

Grund für die Umstellung auf Wehebachwasser seien die steigende Umweltbelastung und schärfere Grenzwerte bei der Trinkwassergewinnung, so Klocke. Moderne Technik mache es heute möglich, auch geringste Schadstoffmengen im Fluss nachzuweisen. In der Rur landet auch das Wasser aus den Kläranlagen. So werden immer mehr pharmazeutische Wirkstoffe im Wasser ermittelt. Klocke: „Medikamente, die wir zu uns nehmen, werden größtenteils wieder aus dem Körper ausgeschieden. Die Kläranlagen sind jedoch kaum in der Lage, diese Stoffe heraus zu filtern.”

Um die strengen Grenzwerte zu erfüllen, müssten die Stadtwerke ihre Aufbereitungsanlage in Obermaubach für 12 Millionen Euro aufrüsten, mit zusätzlichen jährlichen Kosten von 700.000 Euro.

Da nutzt man doch lieber die bereits bestehende Pipeline zur Wehebachtalsperre. Und spart ferner Abgaben für das Wasserentnahmerecht bezüglich der Rur. „Die Kosten bleiben in etwa gleich, der Wasserpreis muss nicht steigen”, versichert Heinrich Klocke.

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