Düren: Stickoxidwerte lagen 2018 weiter deutlich über den EU-Grenzwert

Grenzwert weiter deutlich überschritten : Keine Stickoxid-Entwarnung

Im Kampf gegen ein drohendes Dieselfahrverbot ist der Stickoxid-Messwert an der Euskirchener Straße auch 2018 wieder gesunken, einen Grund zur Entwarnung aber gibt es noch nicht. Wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW am Montag bekanntgab, lag der Jahresmittelwert bei 54 Mikrogramm je Kubikmeter Luft, vier Mikrogramm unter dem von 2017 (2015/2016: jeweils 61).

Damit liegt der Durchschnittswert zwar nunmehr deutlich unter dem Rekordniveau von 2010 (74 Mikrogramm, aber eben immer noch deutlich über dem EU-Grenzwert für saubere Luft (40 Mikrogramm) und auch weiter über dem von der Bundesregierung propagierten Toleranzgrenze von 50 Mikrogramm, bis zu der Fahrverbote für unverhältnismäßig angesehen werden.

Welchen Einfluss das Anfang November eingeführte Lkw-Durchfahrtsverbot zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Oststraße und die Teilfreigabe der B56n auf den Stickoxid-Messwert in der engen Häuserschlucht der Euskirchener Straße haben, ist noch nicht genau zu beziffern. Zwar sanken die Messwerte am Jahresende zeitweise unter oder an den EU-Grenzwert, die ersten vorläufigen Messergebnisse aus dem ersten Quartal 2019 aber bestätigen diesen Trend nicht. Im Januar, Februar und März wurden Werte zwischen 47 und 51 Mikrogramm gemessen, und damit auf dem Niveau wie vor der Teilfreigabe der Ostumgehung, räumt der Erste Beigeordnete der Stadt, Thomas Hissel, ein.

Umso wichtiger sei es gewesen, sich nicht auf diesen Maßnahmen auszuruhen und mit der Einführung der Einspurigkeit auf der Euskirchener Straße – gegen heftige Kritik der CDU – bereits den nächsten Schritt gemacht zu haben. Welchen Einfluss die Ende April eingeführte Verringerung der Fahrspuren haben wird, bleibt abzuwarten. „Wenn die jetzt vorliegenden Messergebnisse eines zeigen, dann dass wir in unseren Bemühungen auf gar keinen Fall nachlassen dürfen.“

Wann das Oberverwaltungsgericht Münster die Klage der Deutschen Umwelthilfe gegen den Luftreinhalteplan Düren verhandeln wird, ist weiter ungewiss. Wie die Stadt aus Münster erfahren hat, werden in beziehungsweise nach den Sommerferien die Berufungsverfahren für Aachen, Köln und Bonn verhandelt, erst danach die weiteren elf anhängenden Klagen, Aus den Äußerungen des Richters im Erörterungstermin dieser drei Verfahren hat die Stadt abgeleitet, dass er bei geringfügigen Überschreitungen gegebenenfalls bereit ist, einer gewissen Vorlauffrist bis zur Einhaltung des Grenzwertes zuzustimmen. Nur ist Düren davon noch ein gutes Stück entfernt. (ja)

(ja)
Mehr von Aachener Nachrichten