Düren: Projekt "Just" hilft Jugendlichen bei Problemen

Erfolgreiches Projekt weiter gefördert : Mit „Just“ die Dürener Jugend stärken

„Just“ steht für „Jugend stärken im Quartier“ und ist ein Projekt, das in den nördlichen und östlichen Stadtteilen Dürens seit vier Jahren läuft. Es richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, die Schwierigkeiten mit der Schule, dem Beruf, der Familie, den Behörden, der Wohnung oder den Finanzen haben.

Oft kommt da auch einiges zusammen, und andere Stellen sind nicht oder nicht mehr zuständig. Träger sind die Stadt, das Sozialwerk Dürener Christen, die Evangelischen Gemeinde und die Beschäftigungsgesellschaft low-tec. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF).

Kleinen Erfolg verkündet

Zum Jahresende geht die erste Förderphase nach vier Jahren zu Ende, die zweite Phase beginnt anschließend. Das war Anlass für eine kleine Feier bei „Just“-Nord. Projektkoordinator Peter Junker vom Jugendamt der Stadt Düren verkündete dabei einen Erfolg, denn zu Beginn des Projektes mussten die Verantwortlichen festlegen, wie viele Personen das Angebot wahrnehmen würden. „Wir haben damals mit ein bisschen Magengrummeln 320 gesagt“, erinnerte Junker sich. Tatsächlich seien aber 462 junge Menschen zu den „Just“-Mitarbeitern gekommen. Junker betonte auch: „Wir haben eine Vermittlungsquote von mehr als 50 Prozent.“

Christian Siebert, Pädagogischer Leiter des Sozialwerkes Dürener Christen, beschreibt die Arbeit als „wertfrei willkommen heißen“. Denn „just“ bedeutet laut Duden „gerade jetzt, in diesem Moment“ – und es ist oft nur ein kleiner Moment, der darüber entscheidet, ob junge Menschen das niederschwellige Hilfsangebot annehmen und zu René Langenfeld, Britta Rosinsky und Carina Thümler ins Büro gehen.

René Langenfeld betont neben der Freiwilligkeit aber auch die Eigenverantwortung der jungen Menschen. Denn „es liegt auch an ihnen, ob sich die Situation ändert“. Deswegen bringt er gerne folgendes Beispiel: Eines Tages sei er  zur Jobcom gerufen worden, weil die Mitarbeiter dort mit einem jungen Mann nicht mehr weitergekommen seien, der sich schon seit Jahren der Schule verweigerte. Zu René Langenfeld habe der junge Mann  gesagt: „Wenn ich zu euch komme, reden wir kein Wort über die Schule.“ Fast ein halbes Jahr hätten die „Just“-Mitarbeiter über Fußball und Fernsehen mit dem jungen Mann gesprochen. Der habe dann von selbst das Thema Schule angeschnitten. „Und dann konnten wir anfangen zu arbeiten“, sagte Langenfeld rückblickend. „Hätten wir ihn gedrängt, hätten wir verloren.“

(wey)
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