Düren: Düren orientiert sich : In der Mitte oder lieber am Rand?

Düren: Düren orientiert sich : In der Mitte oder lieber am Rand?

Ein neuer Begriff macht in den Rathäusern die Runde: Metropolregion Rheinland. Die Industrie- und Handelskammern haben ihn in Konkurrenz zur Euregio Maas-Rhein in die Diskussion geworfen.

In Aachen stellt sich die Frage: Wo gehören wir hin? Mehr zum Rheinland oder mehr zu Lüttich und Maastricht? „Das ist bei uns”, sagt Stefan Weschke, „und bei unserer Lage ständig in der Diskussion”.

Der stellvertretende Chef der CDU-Mehrheitsfraktion im Dürener Rathaus hat die Berichterstattung in den „DN” sehr wohl verfolgt. „Rheinland? Euregio? Beides?” hieß es am vergangenen Samstag.

Weschke sieht Düren wirtschaftlich, kulturell und was die Freizeit angeht klar nach Köln und ins Rheinland hinein orientiert. Dort müsse man wahrgenommen werden, sich an Projekten beteiligen. „Ein Stück zu klein” sei demgegenüber die Euregio.

Als derzeit naheliegendes Beispiel nennt er die Annakirmes, für die „stark in Richtung Köln” geworben worden sei. An einer Veranstaltung der neuen „Innovationsregion Rheinisches Revier” habe die Dürener Verwaltungsspitze ebenfalls schon teilgenommen. Weschke sieht allerdings auch Chancen für Düren „als Bindeglied zwischen den Wirtschaftsräumen”.

Vor dem Hintergrund, dass sich Düren mit Aachen und Maastricht um den Titel „Kulturhauptstadt Europa” bewirbt, hält die grüne Fraktionsvorsitzende Verena Schloemer eine Orientierung genau in die andere Richtung für viel sinnvoller.

Wo machen wir mit, wo besser nicht? Verena Schloemer rät: Kulturell bei Projekten des Dreiländerecks, und wirtschaftlich gelte es, eigenständige Bereiche aufzubauen, etwa bezüglich der Solarenergie in Zusammenarbeit mit Instituten in Jülich. Davon ließe sich profitieren.

Es sei „ein Vorurteil”, so Schloemer, dass die Dürener in Richtung Köln ausgerichtet seien. Insbesondere junge Menschen würden beispielsweise Aachen und Maastricht dem Studienort Köln vorziehen.

Henner Schmidt, als SPD-Fraktionschef im Rat, sieht die Stadt an der Rur in der Metropolregion buchstäblich untergehen. „Zu klein um gegenüber Köln und Düsseldorf bestehen zu können”, sei Düren und sieht seine Heimatstadt lieber „als aktiver Partner in der Städteregion Aachen”.

Dort könne man touristisch punkten, von Wissenschaft und Forschung profitieren, könne sich als Standort für regenerative Energien profilieren und sogar einen Gegenpol zur Köln/Düsseldorfer Region aufbauen.

Schmidt möchte lieber im kleinen Rahmen ein gewichtiger Partner sein, als in der Metropolregion Rheinland kein Gehör zu finden. Von einer emotionalen Hinwendung der Dürener nach Köln könne keine Rede sein. Die Pendlerströme bestätigen das nicht”, sagt er.

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