Düren: Düren nimmt vier Großprojekte in Angriff

Düren : Düren nimmt vier Großprojekte in Angriff

Die Summe ist astronomisch hoch und nur geschätzt: 20,7 Millionen Euro. So teuer könnte die neue Hauptfeuerwache der Stadt Düren werden. Die Schätzung basiert auf einem Konzept der Feuerwehr, die penibel aufgelistet hat, welchen Raumbedarf es gibt, wenn man die Wache neu bauen würde.

Das Ob ist entschieden, den neuen Standort gibt es bereits, nur die Summe, die die Stadt in die Hand nehmen muss, ist noch unklar. Helfen soll dabei eine Machbarkeitsstudie, die Helmut Harperscheidt vom Amt für Gebäudemanagement noch in diesem Jahr in Auftrag geben will. Das anvisierte Ziel: Spatenstich im Jahr 2021, Fertigstellung dann 2022.

Rund 13.000 Quadratmeter ist das Gelände unmittelbar an der Veldener Straße groß, das sich die Stadt frühzeitig gesichert hat. Das Gelände wird derzeit noch als Areal für Mitarbeiter von Firmen wie Reflex genutzt. Dass die Wache von der Brüsseler Straße in Düren-Süd überhaupt an die Veldener Straße verlegt werden soll, hat einen einfachen Grund, der im Brandschutzbedarfsplan als Ziel festgelegt ist. Die Feuerwehr soll sicherstellen, dass sie im Ernstfall in 80 von 100 Einsätzen innerhalb von acht Minuten vor Ort ist. „Das können wir derzeit nicht erreichen“, sagt Johannes Rothkranz, Chef der Dürener Feuerwehr. Und zwar nicht mal ansatzweise. „Bei Brandeinsätzen liegt unser Erreichungsgrad bei 38 Prozent“, sagt Rothkranz. Das sogar schon länger.

So hat die Stadt in der Vergangenheit beim Personal aufgestockt, um dem selbstgesteckten Ziel näher zu kommen. „Wir wissen aber, dass wir das Ziel auch mit mehr Personal nicht erreichen können. Innerhalb von acht Minuten alle neuralgischen Punkte von der Brüsseler Straße aus anzufahren, ist einfach nicht möglich.“

Das ist der Hauptgrund, der für den neuen Standort spricht. Ein zweiter Grund: Die jetzige Feuerwache ist 35 Jahre alt und müsste dringend saniert werden, wenn sie weiter nutzen wollte. „Das dürfte mehrere Millionen Euro kosten“, schätzt Rothkranz. Geld, das die Stadt lieber in einen Neubau stecken will — finanziert über Investitionskredite. Allerdings: „Wir sehen noch Optimierungspotenzial“, sagt Dürens Baudezernent Paul Zündorf.

Planungswettbewerb

Es ist nicht das einzige Großprojekt, das Gebäudemanager Harperscheidt vor der Brust hat. Ein Jahr später als ursprünglich geplant steht in 2018 auch der Planungswettbewerb für den Neu- und Erweiterungsbau der Anne-Frank-Gesamtschule auf seiner Liste. Der könnte dann im Jahr 2020 starten, zum Schuljahr 2022/23 wäre das Gebäude bezugsfertig. Und: Auch das neue Hallenbad im Holzbendenpark soll in diesem Jahr auf die Schiene gesetzt werden.

Aktuell wird der Bebauungsplan aufgestellt, im Sommer könnte der Vergabebeschluss für die rund 14,7 Millionen Eure schwere Maßnahme von der Politik gefasst werden. Baudezernent Paul Zündorf: „Einen Baubeginn in 2019 halte ich für sehr wahrscheinlich.“ Vermutlich aber erst in der 2. Jahreshälfte.

Wie schwierig es aber teilweise sein kann, Großprojekte auf die Schiene zu setzen, zeigt ein ganz anderes Projekt: Beim Projekt „Lebensraum Eiswiese“ soll quasi ein neues Stadtquartier entstehen — mit 23 Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen für Flüchtlinge, einem neuen Verwaltungsgebäude für die Awo, einem zweigruppigen Kindergarten, einem Jugendheim, einer Sozialbetreuungseinrichtung sowie einem Stadtteilbüro. Die Planung ist fertig und wurde EU-weit ausgeschriebenen. Erstmals für einen Generalunternehmer, der das knapp zehn Millionen Euro schwere Vorhaben realisieren sollte.

„Wir hatten 42 Anfragen, aber keiner hat ein Angebot abgegeben“, sagt Helmut Harperscheidt. Deswegen muss die Stadt nun die Gewerke einzeln ausschreiben und hofft, dass mit den Rohbauarbeiten im Mai oder Juni begonnen werden kann und bis Ende Oktober 2019 die Fertigstellung möglich wird.

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