Düren: Musikabend mit Werken von Poulenc und Puccini

16. November 1944 : Konzert erinnert an die Zerstörung Dürens

Großes Orchesterbesetzung und hervorragende Solisten: „Cappella Villa Duria“ und Lions Club Düren-Marcodurum“ laden zur Konzertreihe „Memento III“ in die Marienkirche ein.

Johannes Esser, Leiter und Initiator des Dürener Konzertforums „Cappella Villa Duria“, und Dr. Michael Maurer, Mitglied des Lions Clubs „Düren Marcodurum“, sind zusammen zur Schule gegangen und vor einigen Jahren in eine kleine Diskussion darüber geraten, ob der alte Name Dürens nun „Duria“ oder „Marcodurum“ ist. Weil die Herren sich nicht wirklich einigen konnten, haben sie einen weisen Entschluss gefasst: Sie haben ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen – das Konzert „Memento“, das an die schreckliche Zerstörung Dürens am 16. November 1944 erinnern soll und seitdem immer am Sonntag nach diesem Datum stattfindet. Die ersten beiden Auflagen von „Memento“ waren ausverkauft. Auf dem Programm des dritten Konzertes stehen Werke von Francis Poulenc und Giacomo Puccini.

„Es war uns von Anfang an wichtig“, sagt Johannes Esser, „dass wir zwar an die schreckliche Zerstörung unserer Heimatstadt erinnern, gleichzeitig aber auch den Blick in die Zukunft wagen und positive Aspekte finden.“ Dr. Gisela Hagenau, die sich ebenfalls für die „Cappella Villa Duria“ engagiert, ergänzt: „Ich denke, dass das Konzert auch ein guter Anlass ist, sich bewusst zu machen, was im Augenblick in der Welt und in Deutschland passiert. Vielleicht gelingt es uns, mit diesem Konzert ein wenig politisches Bewusstsein zu schaffen.“

Das „Stabat Mater“ von Francis Poulenc ist 1951 uraufgeführt worden. Poulenc war ein sehr gläubiger Mensch und beschäftigte sich in seinem Werk mit der Trauer Mariens. Hagenau: „Das Stück gehört zur französischen Spätromantik und hat impressionistische Einflüsse. Es ist sehr schön anzuhören und sehr melodisch, hat viele wunderbar leise Passagen.“

Giacomo Puccini hat sich vor allem als Opernkomponist einen Namen gemacht, seine „Missa di Gloria“ ist das Abschlusswerk seiner Studien an der Musikakademie im italienischen Lucca. Hagenau: „Das Werk ist am 12. Juli 1880 zu Puccinis Studienende uraufgeführt worden und dann in Vergessenheit geraten.“

Erst Puccinis Tochter hat es nach dem Tod des Vaters an einen Verlag übergeben. Die zweite Aufführung der „Missa di Gloria“ fand 1952 statt. Esser: „Für dieses Stück brauchen wir eine große Orchesterbesetzung mit 65 Musikern, Chor und zwei Solisten.“ Auch wenn das Werk eine vollständige Vertonung des Messordinariums, also der immer gleichbleibenden Texte einer katholischen Messe ist, erklärt Esser weiter, würde doch das Gloria, das Lob der Herrlichkeit Gottes, den weitaus größten Teil des Stückes einnehmen. Esser: „Das Werk hat durchaus Elemente einer Oper und nimmt das Publikum wegen seiner fröhlichen, temperamentvollen Passagen mit. Das ist Belcanto, wie es schöner kaum geht.“

Rund zweieinhalb Monate arbeiten Chor und Orchester der „Cappella Villa Duria“ bereits an der Einstudierung der beiden anspruchsvollen Werke. „Dieses Konzert vorzubereiten“, sagt Gisela Hagenau, „ist eine Herausforderung, macht aber auch unglaublich viel Spaß.“

Möglich ist „Memento III“ nur Dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren. Neben dem Lions-Club hilft unter anderem die Victor-Rolff-Stiftung mit Sitz in Vettweiß.

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