Düren: Jugendliche aus Bosnien und Düren machen gemeinsam Ferien

Internationales Jugendcamp : Sprachprobleme? Kennen die 23 Jugendlichen nicht!

Für den Jugendlichen aus Dürens bosnischer Partnerstadt Gradacac ist die Frage nach der Verständigung ganz einfach: „Ein bisschen auf Deutsch, ein bisschen auf Englisch und ein bisschen mit Händen und Füßen. Wir sind doch alle Jugendliche. Das klappt schon.“

Zum ersten Mal findet in dieser Woche am Dürener Badesee ein internationales Jugendcamp mit 15 Jugendlichen aus Gradacac und acht jungen Leuten aus Düren statt. Seit 18 Jahren verbindet die beiden Städte in Deutschland und Bosnien eine offizielle Freundschaft, die Verbindungen von Düren und Gradacac sind aber noch viel älter: Rund 500 Flüchtlinge haben während des Bosnien-Krieges in den 1990er Jahren an der Rur Zuflucht gefunden.

21 Stunden mit dem Bus

„Diese Beziehung“, sagte Bürgermeister Paul Larue (CDU) bei der offiziellen Eröffnung des Jugendcamps, „wollten wir fortsetzen. Das war der Grundstein für unsere Städtepartnerschaft. Und der Grundstein für eine wirklich schöne Freundschaft.“ Natürlich sei es wichtig, ergänzte der Bürgermeister, dass offizielle Delegationen aus beiden Städten sich regelmäßig treffen würden. „Noch wichtiger ist es aber, dass die Menschen, gerade auch die jungen Leute, zusammenkommen. Deswegen freue ich mich um so mehr, dass ihr die weite Reise auf euch genommen habt und nach Düren gekommen seid.“

21 Stunden waren die bosnischen Jugendlichen mit dem Bus von Gradacac nach Düren unterwegs. „Wir haben uns so sehr auf die Zeit in Düren gefreut“, sagte ein Mädchen. „Da war die lange Reise überhaupt kein Problem.“

21 Stunden mit dem Bus

Organisiert wurde das Camp auf Dürener Seit von Carina Salentin, Abteilungsleiterin „Sozialpädagogische Dienste“ beim Jugendamt der Stadt Düren, der Partnerschaftsbeauftragten Britta Achberger und Schulsozialarbeiterin Sarah Schunck. In Gradacac hat Indira Hiseni die Reise an die Rur vorbereitet. Carina Salentin: „Wir hatten die Idee zu diesem internationalen Jugendcamp vor mehr als einem Jahr. Jetzt wird es endlich Realität.“

Die 15 Jugendlichen verbringen die meiste Zeit ihrer Düren-Ferien auch wirklich in der Rurstadt, aber es stehen auch Ausflüge nach Köln und in einen großen Freizeitpark auf dem Programm. „Für uns“, sagte Indira Hiseni, „bedeutet dieses Camp eine große Herausforderung und sehr viel Vorbereitung. Wir hoffen, dass die Jugendlichen die Zeit nutzen, ihre Gedanken,, Wünsche und Ziele, aber auch ein Stück ihre Kultur und Geschichte auszutauschen.“

Das internationale Jugendcamp  ist schon die fünfte Maßnahme, die Carina Salentin und Peter Junker vom Jugendamt am Badesee organisiert haben. Zu Ferienbeginn hat dort das Vater-Kind-Camp mit rund 250 Teilnehmern stattgefunden. Anschließend gab es ein Kinder- und ein Jugendcamp mit jeweils 36 Teilnehmern sowie ein Work-Camp mit einem Streetworker.

Mobile Jugendarbeit

In den letzten beiden Sommerferienwochen nutzen die Verantwortlichen der Mobilen Jugendarbeit Düren-Südost das Gelände am Badesee für ihr Ferienangebot.

(kin)
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