Düren: Haftstrafen für wohnungsloses Paar

Schöffengericht Düren : Vorbestraftes wohnungsloses Paar erhält Haftstrafen für Autoraub

Eine ganze Reihe von Straftaten legt die Staatsanwaltschaft einem wohnungslosen Paar zur Last. Die Anklagen könnten stellenweise durchaus Stoff für mehrere spannende Fernseh-Krimis liefern. Unter anderem haben ein 44-Jähriger und seine 33-jährige Freundin im Juli eine Seniorin in einem Dürener Parkhaus überfallen.

Eine ganze Reihe von Straftaten legt die Staatsanwaltschaft einem wohnungslosen Paar zur Last. Die Anklagen könnten stellenweise durchaus Stoff für mehrere spannende Fernseh-Krimis liefern. In drei Anklageschriften haben die Ermittlungsbehörden rund 20 Fälle unterschiedlicher „Qualität“ – wenn dieser Begriff in diesem Zusammenhang erlaubt ist – zusammengefasst.

Vor dem Dürener Schöffengericht hatten sich ein aus Eschweiler stammender Mann, 44, und eine 33 Jahre alte Frau, deren Familie in der Gemeinde Niederzier lebt, zu verantworten. Der krasseste Vorwurf betraf den im Juli verübten Raub eines Autos in einem Dürener Parkhaus.

Paar zeigt sich geständig

Als die 69-jährige Besitzerin dort zu ihrem Fahrzeug zurückkehrte, wurde sie von dem Angeklagten zu Boden gerissen, erlitt Prellungen im Gesicht und Hautabschürfungen am Kopf. Den Autoschlüssel nahm die 33-Jährige an sich. In dieser Situation lag das Opfer hinter dem Wagen, so dass ein Wegfahren unmöglich war. Der 44-Jährige griff der Frau nach eigener Aussage unter die Arme und schleifte sie ein Stück weg. Erst dann konnte das Gauner-Paar, das nach eigenen Angaben zeitweise unter dem Einfluss von Amphetaminen stand, mit dem erbeuteten Wagen wegfahren. Das Paar zeigte sich in zahlreichen Punkten geständig.

Dazu hat wohl die U-Haft seit dem 8. August beigetragen. Für einen solchen Raub sieht das Gesetz nämlich Gefängnisstrafen zwischen einem und 15 Jahren vor. Dass das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange den Mann zu drei Jahren und sechs Monaten und die Frau zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilte, hat weniger mit den widrigen und schwierigen Lebensumständen des Paares zu tun, als mit den Vorstrafen. Während das Strafregister der Frau seit 2012 vier Einträge wie Unterschlagung, Betrug und Leistungserschleichung aufwies, kam bei ihrem Freund seit 1993 eine lange Liste zusammen, die von Diebstählen, Raub, Körperverletzung, Urkundenfälschung bis hin zu Fahren ohne Fahrerlaubnis, teilweise mit gestohlenen Kennzeichen, reichte.

Bei dem Verfahren ging es zudem um Diebstähle, einen Einbruch, Unfallflucht, Körperverletzung und Scheckdiebstahl aus einem geparkten Auto bis hin zum Autokennzeichen-Missbrauch. Ein Teil der Vorwürfe richtete sich nur an den Mann.

(hp)
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