Düren: Düren gegen Ankara im CEV-Pokal: „Die Arena wird rot und sehr, sehr laut“

Düren : Düren gegen Ankara im CEV-Pokal: „Die Arena wird rot und sehr, sehr laut“

Echte Volleyball-Fans sind Samet Günes, Cengiz Savun und Fatuh Seniz eigentlich nicht. „Das spielt aber keine Rolle“, sagt Cengiz Savun. „Wir lieben Sport, und wir sind natürlich am Mittwoch in der Arena, wenn Ziraat Bankasi Ankara gegen die Powervolleys spielt. Das ist Ehrensache.“

Die drei Männer haben türkische Wurzeln, für sie ist klar, dass sie am Mittwoch beim Achtelfinal-Rückspiel im CEV-Pokal dem Team aus Ankara die Daumen drücken. „Unser Herz schlägt für Ankara“, sagt Samet Günes. „Das ist unsere Hauptstadt, unser Ursprung.“

rtrtrtr. Foto: Sandra Kinkel

Samet Günes, der bei der A-Jugend für Borussia Mönchengladbach in der ersten Fußball-Bundesliga gespielt hat, hat sich 50 Karten für das Volleyballspiel am Mittwoch besorgt, mit einer ähnlich großen Gruppe wollen auch Feyzullah Yurtsever und Murat Ucmaz vom türkischen Integrations- und Sportverein am Mittwoch in die Arena kommen. Sonst besuchen sie die Heimspiele der SWD-Powervolleys nicht. „Ich denke“, sagt Yurtsever, „dass viele Türken zu diesem Spiel kommen. Sicher werden Fans aus Ankara anreisen, aber auch Türken aus Aachen, Köln und Düsseldorf.“

rtrtrtr. Foto: Sandra Kinkel

Auch die Verantwortlichen der Powervolleys rechnen mit vielen Anhängern von Ziraat Bankasi Ankara. Josef Kaulen: „Wir haben unser Sicherheitskonzept darauf abgestimmt. Für den Sicherheitsdienst werden am Mittwoch sehr viele türkische Mitarbeiter im Einsatz sein.“ Wie viele Karten für die Partei schon verkauft sind, konnte Josef Kaulen, der die Geschäftsstelle der Powervolleys betreut, am Montag nicht sagen. „Ich erfahre erst am Mittwoch, wie viele Karten online verkauft worden sind. Bis jetzt waren die Spiele im CEV-Pokal aber nicht so gut besucht. Wir sind sehr gespannt.“

Ein Heimspiel für Ankara

Fatih Seniz, Cengiz Savun und Samet Günes wollen den Volleyballern aus Ankara am Mittwochabend ein „echtes Heimspiel“ bereiten. Im Klartext bedeutet das, dass sie jede Menge türkische Fahnen im Gepäck haben, Trikots von allen möglichen türkischen Clubs tragen und das Team aus Ankara anfeuern, was das Zeug hält. „Die Arena wird rot“, sagt Samet Günes. „Und es wird sehr, sehr laut. Wir bringen auch jede Menge Trommeln mit.“ Türkische Fans, ergänzt Günes, seien viel emotionaler als deutsche Fans, fast schon fanatisch. „Da steckt einfach mehr Herzblut drin. Das ist eine Frage der Mentalität.“

Türken, betont auch Feyzullah Yurtsever, fieberten immer zu 100 Prozent mit. „Das gilt für alle Sportarten“, sagt das Mitglied des Integrationsrates der Stadt Düren. Es sei in der Türkei beispielsweise absolut normal, gegnerische Mannschaften auszupfeifen. „Damit“, erklärt Yurtusever, „wollen wir aber den Gegner nicht niedermachen. Wir wollen vielmehr die eigene Mannschaft unterstützen, und den Rivalen nervös und ein bisschen unsicher machen. Das ist in der Türkei ganz normal.“

Samet Günes und seine Mitstreiter wissen, dass die Partie trotz Dürens 0:3-Niederlage im Hinspiel für Ankara kein Spaziergang wird. „Düren ist zu Hause ungeschlagen. Das ist schon eine Ansage. Aber Ankara ist amtierender türkischer Meister. Das ist auch eine Ansage.“

Für die Dürener Fans mit türkischen Wurzeln ist der Besuch einer Erstliga-Mannschaft eine wirklich große Sache. „Das gibt es nicht so oft“, sagt Fatih Seniz. „In Düren hat es meines Wissens erst einmal ein Freundschaftsspiel gegen eine türkische Mannschaft gegeben, nämlich gegen die Volleyballer von Galatasaray Istanbul. Damals war ich auch in der Arena.“ Gleich nachdem bekanntwurde, dass Ankaras Volleyballer nach Düren kommen, hat Yurtsever dem Vorstand von Ziraat Bankasi eine Mail geschrieben und ihn eingeladen. „Die Verantwortlichen von Galatasaray sind damals zu uns ins Vereinsheim gekommen. Wenn jetzt ein paar Spieler von Ankara in unser Vereinshaus kommen würden, wäre das für uns super.“

Gelingt das Unmögliche?

Falls die Powervolleys am Mittwochabend das Unmögliche möglich machen, Ankara mit zwei Sätzen Unterschied schlagen und dann auch noch den entscheidenden „Golden Set“ gewinnen, ist das für die türkischen Fans auch kein Problem. Jedenfalls kein großes. „Wenn Düren ins Viertelfinale kommt“, sagt Samet Günes, „wäre ich schon ein bisschen enttäuscht. Aber ich würde mich auch für die Dürener freuen.“

Feyzullah Yurtsever sieht das so: „Das ist doch gerade der Vorteil, wenn man mit zwei Ländern und Kulturen lebt. Natürlich ist Düren mittlerweile meine Heimat, in der ich mich sehr wohl fühle. Ich kann am Mittwochabend nur gewinnen. Egal, wie das Spiel ausgeht, ich habe auf jeden Fall Grund, mich zu freuen.“

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