Düren: Coworking-Space für Gründerszene

Strukturwandel-Projekte : Düren soll „Knotenpunkt“ der digitalen Branche werden

Stadt und Wirtschaftsförderungsgesellschaft wollen Jungunternehmer und Digitalexperten in der Stadt halten. Der Auftakt einer großen Vision.

Auf dem Papier antwortet die Stadt Düren schon auf den bevorstehenden Strukturwandel. Innovationen sollen her, also frische Ideen, Neuheiten, Projekte mit Zukunft, die den Arbeitsmarkt beleben – beziehungsweise nicht sterben lassen, wenn die Braunkohle als ein Pfeiler wegbricht. Als „Aufwärmphase“ bezeichnet Dürens Beigeordneter und Chef der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Thomas Hissel den sogenannten Coworking-Space. Dahinter verbirgt sich eine Art Großraumbüro, das sich junge Unternehmer, Freiberufler und Personen, die kein eigenes Büro haben, teilen.

Vernetzung ist ein weiterer wichtiger Punkt. Ab 2019 soll sich das Arbeitsformat in Düren etablieren. Im Sommer 2017 lief in einem ehemaligen Schuhgeschäft an der Wirtelstraße ein solche Pilotprojekt für zwei Wochen. Mehr als 30 Menschen hatten das Angebot damals genutzt.

Dieses Arbeitsplatzmodell scheint erst einmal keins zu sein, das auf eine Stadt wie Düren zugeschnitten ist. Denn die digitale Branche mit kleinen, neu gegründeten Unternehmen lässt sich eher in Aachen und Köln nieder. In Aachen zum Beispiel hat sich das Coworking-Modell mit Netzwerkveranstaltungen in einer ehemaligen Kirche etabliert – dorthin sollen die Kontakte ausgeweitet werden. Der Wunsch von Thomas Hissel, selbst Aachener, und der Dürener Wirtschaftsförderungsgesellschaft lautet: Düren soll der „Knotenpunkt“ zwischen der Kölner und Aachener Jungunternehmer-Szene werden.

Anders ausgedrückt: Bald soll es für Gründer und Digitalexperten keinen Grund mehr geben, Düren aus beruflichen Gründen in diese Richtungen zu verlassen. Und der lokale, regionale Mittelstand soll seine Ansprechpartner bei digitalen Themen und Innovationen ebenfalls primär in Düren suchen. Kurzum: Die Stadt will sich in Zukunft als Standort für die digitale Branche ausrichten

„Wir stehen in Verhandlungen mit zwei interessanten Immobilien in der Innenstadt für den ,Coworking-Space’“, sagt Thomas Hissel. Das neue Büro soll mindestens für 40 Arbeitsplätze reichen, hinzukommt eine Veranstaltungsfläche für bis zu 50 Gäste. Der „Coworking-Space“ soll der Vorläufer des geplanten Innovationszentrums (ICD) an der Lagerstraße werden. Rund 30 Absichtserklärungen von Gründern, Unternehmen und Institutionen für den „Coworking Space“ und das ICD soll bereits vorliegen.

 Die Projekte der Stadt werden zu 50 Prozent vom Land gefördert. Für 2019 liegt der Eigenanteil bei 61.000 Euro, für 2020 bei 59.000 Euro.

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