Düren: Blues Delivery tritt im "Komm" auf

Blues im „Komm“ : Schöne Lieder über den Sinn des Lebens

„Diese Gruppe kann man ruhig als die Mutter der regionalen Blues-Szene bezeichnen“, sagt Organisator Max Busch über seine Gäste, die Band „Blues Delivery“, die am Samstagabend im „Komm“ gespielt hat.

In der jetzigen Besetzung finden sich immer noch drei der Musiker, die die Aachener Gruppe vor genau 40 Jahren – also im Jahr 1979 – gegründet hatten. „Riedel“, der mit bürgerlichem Namen Rudolf Diegel heißt, wurde 1989 sogar „Weltmeister an der Blues-Mundharmonika“. Dank dieses Titels wurden auch Musikgrößen wie Reinhard Mey oder „L.S.E.“, also die Band der Kölner Musiker Rolf Lammers, Arno Steffen und Tommy Engel, auf ihn aufmerksam und banden ihn in ihre Musikproduktionen ein.

Außerdem immer noch an den Gitarren unterwegs sind Werner Weber und Hermann „Männi“ Wotruba. Die beiden „Blues Delivery“-Urgesteine sorgten mit dem jüngst zur Band hinzu gestoßenen niederländischen Gitarristen Mark Beumers für einen satten Gitarrensound und das daraus resultierende Blues-Feeling. 

Wie in der Frühzeit des Blues kommt die Combo ohne Schlagzeug aus. Sie spielten mit ihrem Konzept „Gitarre trifft auf Soli von Gesang und Mundharmonika“ Songs von Oldtime Blues bis Rock’n’Roll.

Anekdoten

Werner Weber erzählte zwischen den Stücken Anekdoten aus der Geschichte des Blues. Denn schließlich sei er derjenige in der Band, der „die ganzen Bücher über Jazz“ gelesen habe.

Und so erklärte er auch den Bandnamen vor dem Hintergrund dieser Geschichte: „Wir sind ja gar keine Blues-Musiker. Wir liefern den Blues nur ab.“ Die wahren Bluesmusiker seien Mitglieder der afroamerikanischen Gesellschaft in den Südstaaten der USA des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts gewesen, die in einer menschenrechtlich „sehr bedenklichen Entstehungszeit“ mit dieser Musik und oft hintergründigen Texten voller Doppeldeutigkeit die Härten, aber auch die Freuden des Lebens beschrieben hätten. Aus dem Blues seien viele wichtige Impulse für die Musik des 20. Jahrhunderts hervorgegangen. Funk, Pop, Soul, Rock’n’Roll und selbst Hip-Hop besäßen Blues-Elemente.

Songs wie „Georgia“ von Ray Charles, „Living With The Blues“ von Brownie McGhee und „Cross Road Blues“ von Robert Johnson interpretierten die Musiker auf ihre Weise. Sie animierten die rund 80 Gäste im gut besuchten „Komm“ immer wieder dazu, mitzuwippen und den Oberkörper im Takt nach vorne und hinten zu bewegen. 

Sänger Jupp Ebert – der übrigens auch sehr erfolgreich als Joe-Cocker-Tribute-Sänger unterwegs ist – sang dabei mit seiner schönen, rauen und tiefen Stimme eindringliche Songs von Heimweh, Liebe, Zugehörigkeit, und ganz generell vom Sinn des Lebens.

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