Düren baut mit Bundesförderung 240 E-Ladesäulen bei Firmen

Der Bund fördert E-Mobilität in Düren : 2,4 Millionen Euro für 240 Ladesäulen bei 30 Unternehmen

Elektrofahrzeuge sind heute im Stadtbild trotz der Produktion der Streetscooter im Neapco-Werk immer noch Exoten. Doch das könnte sich schon bald ändern. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert in Düren bis September 2020 den Aufbau von rund 240 Ladestationen mit bis zu 2,4 Millionen Euro.

Das Angebot richtet sich an Unternehmen, die bislang angesichts der Investitionskosten für die Ladesäulen eher zurückhaltend auf das Thema E-Mobilität reagiert haben. Jetzt können sie die Infrastruktur zum Nulltarif erhalten, um die eigene Fahrzeugflotte umzurüsten, aber auch Mitarbeitern, die mit dem Pkw zur Arbeit kommen, den Umstieg schmackhaft zu machen.

Darüber hinaus sollen aber auch im öffentlichen Raum zwei zentrale Stellen für sogenannte „Ladehubs“ identifiziert und errichtet werden, beispielsweise in Parkhäusern oder auf Supermarktparkplätzen, kündigt die Stadt Düren an, die das Projekt mit dem Namen „eMIND“ in Kooperation mit der RWTH Aachen und der SWD-Tochter Leitungspartner umsetzt.

Dürens Bürgermeister Paul Larue (CDU) sprach bei der Übergabe des Förderbescheids von einer großen Chance für die besonders belastete Stadt Düren im Kampf für saubere Luft und gegen ein drohendes Dieselfahrverbot. Dabei dankte er ausdrücklich seinem Parteifreund, dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Rachel, der dafür gesorgt hat, dass das eigentlich zu spät eingereichte Dürener Projekt noch in den Fördertopf des Bundes gerutscht ist. Für den Bund, betonte Rachel, sei die Förderung von Ladeinfrastruktur ein wichtiger Baustein, um den Umstieg auf E-Mobilität zu unterstützten. Dabei sei es ihm mit Blick auf den Strukturwandel besonders wichtig, dass sich gerade die hiesige Region als E-Mobilitäts-Region aufstelle.

Winfried Kranz-Pitre von der Dürener Wirtschaftsförderung WIN.DN erklärt das weitere Vorgehen: „Wir werden nun alle Unternehmen mit mehr als fünf Mitarbeitern anschreiben und zu Infoveranstaltungen einladen. Dazu gehört auch eine Fahrzeugberatung.“ Anschließend können sich die Firmen bewerben, bevor dann ab Sommer 2019 der Bau der Ladestationen beginnen soll. Dabei sind Larue und Wirtschaftsförderer Thomas Hissel überzeugt, dass es an Interessenten nicht mangeln wird.

Staatssekretär Thomas Rachel übergab Bürgermeister Paul Larue einen Förderbescheid des Bundes über 2,4 Millionen Euro. Foto: ZVA/Jörg Abels

Allerdings wird im Rahmen des Projekts genau analysiert, wo die Infrastruktur den größten Nutzen haben wird. An dieser Stelle kommen auch die Leitungspartner und die RWTH mit ins Boot, wobei die Wissenschaftler sich auch noch mit den Fragen der Akzeptanz der E-Mobilität, dem Einspareffekt bei den besonders im Fokus stehenden Stickoxiden (NOx) und den Auswirkungen der zusätzlichen Ladeinfrastruktur auf die bestehenden Stromnetze beschäftigen werden.

Ziel ist es, dass mit jeder neuen Ladestation mindestens ein zusätzliches E-Fahrzeug auf Dürens Straßen kommt. Das würde die bisherige Zahl schon mehr als verdoppeln. Natürlich können mit einer Ladestation aber auch mehrere der immer leistungsfähiger werdenden E-Fahrzeuge „betankt“ werden.

Die Verantwortlichen der Stadt sind zudem überzeugt, dass die in Düren in den kommenden Monaten gesammelten Erfahrungen dabei helfen können, ähnliche Projekte auch in den übrigen 600 mittelgroßen Städten in ganz Deutschland umzusetzen.

(ja)
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