Gey: Drogenkonsum: Vereine aus Gey stellen Sinn und Zweck der Skateranlage infrage

Gey : Drogenkonsum: Vereine aus Gey stellen Sinn und Zweck der Skateranlage infrage

„Dass wir uns eine Müllhalde in unserer Ortsmitte erlauben und darüber hinaus immer wieder ein öffentliches Gebäude mit Graffiti beschädigen lassen, ist inakzeptabel und sollte auch nicht toleriert werden.“ In ihrem Masterplan für die Mehrzweckhalle gehen 14 Vereine und Organisationen aus Gey mit der Skateranlage in unmittelbarer Nachbarschaft zur Mehrzweckhalle hart ins Gericht.

Die unterzeichnenden Vereine sprechen von „Touristen der Sprayer-Szene“, die zum größten Teil nicht aus der Gemeinde stammen würden und mit den auferlegten Regeln nichts am Hut hätten. Immer wieder würden Sprayer über Gitter auf den Anbau der Halle klettern, um das Gebäude zu beschmieren. Dabei würden Dachrinnen und Ziegel zerstört. Toleranz müsse da aufhören, wo Straftaten beginnen.

Sind diese Schmierereien Kunst? Das fragen sich Geyer Bürger, wenn sie sich ihre Mehrzweckhalle anschauen. Vereine und Organisation wollen, dass das Gebäude saniert wird. Außerdem kritisieren sie Drogenkonsum auf der Skateranlage.. Foto: smb

Die Vereine sprechen auch von Drogenkonsum auf dem Platz. „Es ist für unsere jungen Menschen seit Jahren der Ort, an welchem der Kontakt mit illegalen Drogen durch Gruppenbildungen von Konsumenten verharmlosend möglich war. Im Rahmen der öffentlichen Verantwortung unserer Kommune sollte geprüft werden, ob der Bestand dieser Anlage überhaupt noch förderlich oder eher schädlich für unseren Ort und unsere jungen Menschen ist“, formulieren die Kritiker in ihrem Konzept.

Die Auseinandersetzung mit der Skateranlage ist darin aber nur ein kleiner Teil fürs „Schmuse-Dömchen“, wie die Halle in Gey genannt wird. Die Mehrzweckhalle ist Treffpunkt, wird von den Vereinen des Dorfes viel genutzt. Ihr Zustand ist aber — sagen wir — verbesserungswürdig. Die Statik des Daches musste vor einigen Jahren ausgebessert werden, richtig dicht ist es nicht mehr an allen Stellen, das Duschwasser war jahrelang zu kalt, nun ist es immer zu heiß, in den Räumen bildet sich Schimmel.

Auch darüber hinaus haben die Vereine aus Gey eine lange Liste mit Mängeln und damit auch mit Wünschen aufgestellt, sie sprechen von einem „maroden Gebäude, das aus Billigmaterialien“ errichtet worden sei. Und die Vereine sind auch bereit, selbst Hand anzulegen und bei den Arbeiten zu helfen, wenn sich dann einige ihrer Wünsche erfüllen lassen.

Kann und Muss

Dass sich bei der mehr als 45 Jahre alten Halle etwas tun muss, ist auch bei Politik und Verwaltung unumstritten. Und für die Sanierung der Duschen war im Haushalt für dieses Jahr auch schon Geld eingestellt worden, die Bauarbeiten waren schon geplant.

Jetzt hat sich ein neuer Fördertopf aufgetan — und die Verwaltung hofft, daraus auch 90 Prozent der Kosten für eine Sanierung oder einen Umbau des Daches finanzieren zu können. Nun wäre es aber nicht sinnvoll, jetzt die Duschen zu sanieren und dann das Dach aufzureißen. Die Verwaltung will auch abfragen, ob die Sanierung der Sanitäranlagen im Rahmen des Projektes gefördert werden könnte.

Damit die Politik aber zunächst eine vernünftige Entscheidungsgrundlage hat, gilt es, die Kosten zu ermitteln. Ein Architekt wurde beauftragt, diese für eine Sanierung der Halle ebenso zu kalkulieren wie für einen Neubau, so war es der Wunsch der Politik.

Die Vereine haben Punkte aufgelistet, bei denen sich unbedingt was tun muss. Darüber hinaus haben sie aber auch Wünschenswertes aufgeführt: Für Veranstaltungen — die Halle kann mit einem mobilen Schutzboden ausgelegt werden — wünschen die Vereine sich auch eine bessere und dauerhafte Lösung für die Bewirtung. Am liebsten wäre ihnen ein Anbau, in dem ein Theken- und Küchenbereich mit festem Inventar zur Verfügung stehen würde.

Bislang müssen die Geräte aus den Garagen geräumt und Leitungen für eine provisorische Theke verlegt werden. Die Geyer wünschen sich eine richtige Vereinshalle, die immer mehr zum Dorfzentrum werden soll.

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