Düren: Drei Rasierklingen in Holzspielgeräte versteckt: Polizei sucht nach Zeugen

Düren : Drei Rasierklingen in Holzspielgeräte versteckt: Polizei sucht nach Zeugen

Spielplätze — das sind Orte zum Spaß haben, um spielend die Motorik zu entwickeln. Es sind Orte, um Kontakte zu knüpfen, um andere Kinder kennenzulernen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und mit ihnen etwas gemeinsam zu machen.

Umso erschreckender ist es, dass Menschen Kinder auf diesen Plätzen in Gefahr bringen. So ist es jetzt auf dem Spielplatz der heilpädagogischen Kindertagesstätte der Lebenshilfe „Im Eschfeld“ passiert: Drei Rasierklingen haben unbekannte Täter in die Fugen von Holzspielgeräten gesteckt. Der Hausmeister hat sie bei seiner morgendlichen Runde am Freitag entdeckt. So dünn und klein, wie sie sind, ist es ein sehr glücklicher Zufall gewesen, dass die Klingen dem Hausmeister überhaupt ins Auge gefallen sind. „Daraufhin hat er natürlich alle Geräte ganz genau untersucht“, betont Wolfgang Prümm, Geschäftsführer der Lebenshilfe in Düren.

Drei solcher Klingen wurden in drei Geräten entdeckt. Foto: Wuitz

Zwei weitere Klingen hat der Hausmeister noch gefunden, an zwei anderen Geräten. Die Lebenshilfe hat die Polizei eingeschaltet, der Schock sitzt tief. Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Sie geht nicht von einem Serientäter aus, weitere Tatorte sind aktuell nicht bekannt.

Der Spielplatz der Kita ist umgeben von Gärten, der Täter muss über das verschlossene Zufahrtstor geklettert sein. „Wir denken jetzt über eine Videoüberwachung nach“, sagt Prümm. Und der Hausmeister schaut morgens besonders gut nach, ob alles in Ordnung ist, damit die Kinder anschließend fröhlich spielen können.

Kein Einzelfall

Immer wieder gibt es Fälle, in denen unbekannte Täter auf Spielplätzen Kinder auf abartige Art und Weise in Gefahr bringen. Im Kindergarten ist das noch mal perfider, da es sich nicht um einen öffentlichen Platz handelt, sondern um einen geschützten, eingezäunten Raum. Hinzu kommt im Fall der Lebenshilfe-Kita, dass diese von Kindern mit Behinderung besucht wird.

Vandalismus, Müll und Diebstahl — zuletzt wurde im Holzbendenpark eine mehrere Tausend Euro teure Hängematte gestohlen — sind auf öffentlichen Spielplätzen in Düren trauriger Alltag. Eine Zwei-Mann-Kolonne des Dürener Service-Betriebes ist nur mit Reparaturen auf Spielplätzen beschäftigt. Aber auch die absichtliche Gefährdung von Kindern kommt immer wieder vor. In Düren wurden in diesem Jahr Seile am neuen Spielplatz an der Joachimskirche durchtrennt, im vergangenen Jahr an einem anderen Schrauben von Kletterseilen gelöst. Auch Rasierklingen in einem Klettergerüst hat es vor drei Jahren bereits gegeben.

„Zweimal pro Woche werden die 138 Spielplätze von uns kontrolliert, auf den Plätzen an Kitas und Schulen schaut das Personal nach dem Rechten und informiert uns dann“, schildert der „Spielplatz-Chef“ des Dürener Service-Betriebs, Willi Katterbach.

Auch vor dem Hintergrund der vielen Kontrollen warnt Sabine Wagner vom Spielpädagogischen Dienst der Stadt Düren aber davor, Spielplätze generell als unsichere Orte einzustufen und sie deswegen zu meiden. „Es wird alles Mögliche für die Sicherheit getan und bei Hinweisen ist auch immer schnell jemand zur Stelle“, betont Wagner.

Wichtig ist dem DSB, der Lebenshilfe und dem Spielpädagogischen Dienst der Stadt in diesem Zusammenhang aber auch, dass Spielplatzbesucher, Anwohner und Passanten ein wachsames Auge haben — und im Zweifelsfall Polizei, DSB oder den Spielpädagogischen Dienst anrufen. In der Stadt Düren gibt es zudem auch Spielplatzpaten, die sich um bestimmte Plätze kümmern (bei Interesse: Telefon 02421/ 9946985).

Hundertprozentigen Schutz vor mutwilligen Gefährdungen kann es aber leider nicht geben. Da bleibt nur die Hoffnung, dass solche Straftaten auffallen, bevor sich ein spielendes Kind verletzt.

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