Arnoldsweiler: Dorfentwicklungsplan soll Arnoldsweiler lebenswerter machen

Arnoldsweiler: Dorfentwicklungsplan soll Arnoldsweiler lebenswerter machen

Potenziale für die Zukunft aufzeigen wolle man, hatte es Bezirksausschussvorsitzender Herman-Josef Geuenich im Mai begründet. Geuenich macht sich gemeinsam mit Käthe Rolfink dafür stark, dass analog zu Merken auch für Arnoldsweiler ein Dorfentwicklungsplan erstellt werden soll. Die Probleme, die es im Ortsteil gibt, sind vielfältiger Art.

Die Verlegung der Autobahn Aachen-Köln, die neue Anschlussstelle bei Merzenich, die ohnehin schon starke Belastung des Ortsteils durch den Durchgangsverkehr, die Überalterung, fehlende Infrastruktur — listet Käthe Rolfink nur einige Themen auf, derer man sich annehmen müsse. Dabei weiß sie sehr wohl, dass man auch mit einem Dorfentwicklungsplan auf bestimmte Entwicklungen nur begrenzt Einfluss nehmen kann.

Beispiel Verkehrsbelastung: „Der normale Lkw-Durchgangsverkehr ist schon unerträglich. Mit den vielen Unfällen auf der A 4 ist diese Belastung in der letzten Zeit noch mal gestiegen, weil unsere Durchgangsstraße die Umleitung für die Autobahn ist.“ Das wird man nur schwer ändern können. Themen wie sichere Fußgängerüberwege oder gar verkehrsberuhigende Maßnahmen lassen sich da nicht umsetzen. Und so wünschenswert die Ortsumgehung für Arnoldsweiler auch ist — absehbar ist die Realisierung nicht.

„Das Land hat sich entschieden, Straßen nur noch zu erhalten, aber nicht mehr neu zu bauen. Dabei war die Ortsumgehung für Arnoldsweiler in der Prioritätenliste mal auf Platz 1“, sagt Käthe Rolfink. Aber: „Wenn das Wünschenswerte derzeit nicht realisierbar ist, darf uns das nicht davon abhalten grundsätzlich zu überlegen, wie sich denn unser Ort weiterentwickeln sollte.“ Eben auch, weil es viele andere Themen gibt — von der Frage der möglichen Gewerbegebiete bis zum Einzelhandel. „Es fehlt an Infrastruktur“, erklärt Rolfink. Zwei Bäcker, ein Metzger, eine Apotheke, zwei Blumengeschäfte, ein Hofladen klingt erst mal nicht schlecht, „aber die 90-Jährige, die alleinstehend ist, kann hier keine Lebensmittel einkaufen“.

Ein Nahversorger müsste her und könnte ein Ziel des Dorfentwicklungsplans sein. Kurz: „Wir müssen uns überlegen, welche Angebote wir für jüngere und ältere Menschen in unserem Ort schaffen wollen“, sagt Käthe Rolfink. Als großen Pluspunkt zählt sie die Vereine auf. „Arnoldsweiler ist sehr lebenswert, gerade auch, weil wir so ein intaktes Vereinsleben haben.“ Das könnte durch den Dorfentwicklungsplan noch deutlich gestärkt werden, wie die Erfahrung aus Merken zeigt. Horst Knapp von der Interessengemeinschaft Merken: „So ein Projekt steht und fällt mit dem Engagement der Bürger.“ Knapp hat erlebt, dass sich Bürger für ein gemeinsames Ziel gerne engagieren. „Zu uns sind zum Beispiel auch viele Bürger gekommen, die mit Politik überhaupt nichts zu tun haben wollen, sich aber bei diesem Projekt mit einbringen.“

Dabei muss man über Durchhaltewillen verfügen, schließlich könnten Projekte nur in einem Zeitraum von rund zehn Jahren Schritt für Schritt in Angriff genommen werden. „Wir haben mit vielen kleineren Projekten angefangen, die mit geringem finanziellem Aufwand mit der Stadt oder dem DSB umsetzbar waren, zum Beispiel Beete entrümpeln, Anpflanzungen am Ortseingang oder die Neugestaltung des Platzes am Friedhof.“ Es ist also viel Eigenleistung gefragt, während die größeren Maßnahmen auf sich warten lassen.

„Aber das liegt in der Natur der Sache. Wenn wir zum Beispiel die Dorfmitte neu gestalten wollen, muss man unter anderem an die Kanäle ran. Da sind viele Ämter einzubinden, es müssen die Fördergelder beantragt werden. Aber: Wir stehen immer in Kontakt mit der Verwaltung und werden über jeden Arbeitsschritt informiert. Die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert wirklich hervorragend.“ Sein bisheriges Fazit? „Der Dorfentwicklungsplan ist für Merken wirklich ein großes Pfund — das hat sich schon jetzt gelohnt.“

Start frühestens 2014

So weit will man in Arnoldsweiler noch kommen. Der Antrag für den Dorfentwicklungsplan muss jetzt im Fachausschuss beraten werden, dann liegt die Entscheidung beim Rat, der zum einen ein Planungsbüro beauftragen und dann auch die entsprechenden Gelder bereitstellen muss. Das wird frühestens im kommenden Jahr der Fall sein. „Dann sind die Bürger gefragt“, sagt Käthe Rolfink. „Gemeinsam müssen wir kreative Ideen entwickeln, wie wir unseren Ort weiterentwickeln können. Merken ist ein schönes Beispiel dafür, wie so etwas funktionieren kann.“