„Zukunft Kultur“: „Don Carlos“ ist in dieser Zeit äußerst aktuell

„Zukunft Kultur“ : „Don Carlos“ ist in dieser Zeit äußerst aktuell

„Der Schwung der jungen Leute überträgt sich auf das Publikum“, sagt Monika Rothmaier-Szudy begeistert. Die künstlerische Leiterin des Theaters Düren erlebte im westfälischen Nottuln die Generalprobe zur Aufführung „Don Carlos“ mit, ein Zusammenspiel vom Landesjugendorchester NRW mit dem „Zukunft Kultur“.

Am Sonntag, 7. Oktober, 18 Uhr, wird diese Opernaufführung, in der es um die großen Themen Macht und Liebe geht, als Abschluss der Interkulturellen Woche auch im Haus der Stadt gezeigt.

„Man wird gut unterhalten“, verspricht Monika Rothmaier-Szudy. Vor allen Dingen die Begeisterung der jungen Musiker hat sie mitgerissen. Aber auch die tollen Lichteffekte und das raffinierte Bühnenbild haben die künstlerische Leiterin des Theaters Düren überzeugt. Eine überlebensgroße Bambi-Figur wird als Projektionsfläche auf der Bühne eingesetzt und belebt. Ein Teil der Handlung spielt sich in einem Panzer ab und wird mit einer Live-Kamera auf die Bambi-Projektionsfläche übertragen.

Flüchtlinge sind als Statisten in die Inszenierung eingebunden, die schwerpunktmäßig der Frage nachgeht: „Wo und durch was und wen wird heute Macht ausgeübt und wie gehen wir damit um?“ Aber auch die Liebesgeschichte steht im Fokus. „Es ist viel Leben auf der Bühne“, zieht Monika Rothmaier-Szudy ein erstes Fazit.

In Düren wurden im Vorfeld der Aufführung, die vom Kultursekretariat NRW Gütersloh unterstützt wird, Dürener Schulen angesprochen und eingeladen, sich das ungewöhnliche Projekt anzusehen. Es gibt erste positive Rückmeldungen.

Die Produktion möchte auch Menschen ansprechen und „verführen“, die sonst nicht in die Oper gehen. Das Landesjugendorchester, für das „Don Carlos“ die erste Musiktheater-Produktion war, ist dabei so auf den Geschmack gekommen, dass es im Beethovenjahr 2020 „Fidelio“ spielen möchte.

Für Monika Rothmaier-Szudy ist die Don Carlos-Aufführung in Düren Teil einer Reihe von Stücken, „mit denen Flagge gezeigt wird“, die sich inhaltlich kritisch mit der Gegenwart auseinandersetzen und beklemmend aktuell sind.

„Hexenjagd“, das Theaterstück von Arthur Miller, das am Mittwoch, 3. Oktober, im Haus der Stadt gezeigt wird, gehört dazu wie „Don Carlos“.

Vor dem Opernerlebnis, das am 7.Oktober, um 18 Uhr, beginnt, gibt es um 17 Uhr ein Vorprogramm sowie eine Einführung in das Stück und die Inszenierung. Auch nach der Aufführung wird es genügend Gelegenheit zum Austausch geben. Ensemblemitglieder stehen dann für Gespräche und Fragen zur Verfügung.

Die Karten gibt es im I-Punkt, Markt 6 in Düren (02421/252525, per E-Mail an theatertickets@dueren.de) oder über das Internet (www.theatertickets.dueren-kultur.de).