DLRG Düren bietet speziellen Schwimmkurs für behinderte Kinder an

DLRG Düren : Das Seepferdchen für die kleine Maike

Kinder mit Handicap haben es nicht unbedingt immer leicht, wenn es um Freizeitangebote geht. der DLRG in Düren bietet einen speziellen schwimmkurs für diese Kinder an. Die Kinder lernen nicht nur das Schwimmen, sondern noch vieles mehr.

Die kleine Maike sieht richtig glücklich aus. Mit ihrem Schwimmlehrer Markus Pelzer plantscht das Mädchen mit Trisomie 21, Autismus und Epilepsie im Wasser und strahlt über das ganze Gesicht. Maike ist eines von acht Kindern, die in einer speziellen Gruppe für Jungen und Mädchen mit Handicap bei der DLRG schwimmen lernen. Das Angebot im Lehrschwimmbecken des Schulzentrums Athenée Royal im Dürener Süden ist der einzige Schwimmkurs für behinderte Kinder ab sechs Jahren im Kreis Düren.

Daniela Linden, seit 1996 Rettungsschwimmerin und ehrenamtliche Ausbilderin bei der DLRG, hat das Angebot vor gut einem Jahr ins Leben gerufen. „Ich arbeite bei der Lebenshilfe in Zülpich-Bürvenich und habe dort mit behinderten Menschen zu tun. Hinzu kam, dass immer mehr Kinder mit Handicap zu den Kursen der DLRG angemeldet wurden. Und, weil diese Kinder besondere Bedürfnisse haben und mehr Betreuung brauchen, ist der Gedanke entstanden, einen Kurs speziell für diese Jungen und Mädchen anzubieten.“ Das Besondere: Jedes Kind, das an dem Schwimmkurs teilnimmt, wird von einem eigenen ehrenamtlichen Ausbilder der DLRG betreut. Daniela Linden: „Das ist uns sehr wichtig. Und weil unsere Ausbilder alle ehrenamtlich arbeiten, zahlen die Eltern genau so viel wie für einen normalen Schwimmkurs, nämlich 40 Euro für sechs Monate.“

In der Schwimmhalle sind mittlerweile alle Kinder im Wasser. Manche können schon alleine schwimmen und machen bald ihr Seepferdchen, anderen merkt man an, wie schwer es ihnen fällt, Arme und Beine zu koordinieren. Und Maike ist eigentlich die ganze Zeit auf dem Arm ihres Ausbilders und muss erst ganz langsam und behutsam an das viele Wasser gewöhnt werden. Daniela Linden: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Eltern, die ihre Kinder zu uns bringen, oft viel ängstlicher sind, als ihre Sprösslinge. Deswegen dürfen die Eltern nicht mit in die Schwimmhalle.“ Klar, dass die Ausbilder der DLRG ihren Schwimmschülern beim Umziehen helfen.

Mehr Selbstbewusstsein

„Es ist unglaublich schön zu sehen, wie das Schwimmen das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt“, erklärt Daniela Linden, warum ihr der Schwimmkurs mit den behinderten Kindern so sehr am Herzen liegt. „Die Kinder bekommen von uns ganz viel Aufmerksamkeit und Bestätigung. Und manche können sich im Wasser einfach viel freier bewegen, als es an Land jemals möglich wäre. Zu sehen, wie glücklich das die Kinder macht, ist einfach sehr schön.“ Fast alle Kinder, ist Daniela Linden überzeugt, könnten irgendwann das Seepferdchen machen, manche sogar das Schwimmabzeichen in Bronze, für das man unter anderem 200 Meter in höchstens 15 Minuten schwimmen muss. „Die Schüler mit Handicap“, sagt Daniela Linden, „brauchen einfach mehr Zeit. Aber, wenn es gelingt, ihre Freude an der Bewegung im Wasser zu wecken, können sie sehr viel schaffen.“

Acht Kinder mit einer Behinderung lernen bei der DLRG in Düren schwimmen. Der Kurs findet jeden Dienstag statt. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Yvonne Lahme ist die Mutter von  Maike und beobachtet immer von draußen durchs Fenster, wie ihre Tochter sich im Wasser bewegt. „Es ist wunderbar zu sehen, wie glücklich sie beim Schwimmen ist. Und auch, wenn Maike vielleicht nie das Seepferdchen machen kann, lernt sie doch, sich im Wasser zu bewegen. Ohne die DLRG wäre das nicht möglich.“ Auch Annemie Krabbel ist es wichtig, dass ihr Pflegesohn schwimmen lernt. „Ich bin selbst eine sehr schlechte Schwimmerin“, sagt sie. „Umso wichtiger ist es mir, dass er es lernt.“ Anfangs, ergänzt die Mutter, sei es ihr sehr schwer gefallen, nicht mit in die Schwimmhalle zu dürfen. „Kinder mit einer Beeinträchtigung brauchen mehr Unterstützung. Da fällt es manchmal schwer, anderen die Verantwortung zu überlassen.“

„Sehr beruhigend“

Ihr sei besonders wichtig, dass die Ausbilder der DLRG allesamt Experten seien. „Die wissen genau, was sie tun“, sagt Krabbel. „Und das ist für mich sehr beruhigend.“ Sowohl Annemie Krabbels Pflegesohn als auch Maike lieben ihre Schwimmstunden sehr. „In den Sommerferien wird es manchmal kritisch“, sagt Yvonne Lahme und lacht. „Weil Maike das Schwimmen und auch ihren Ausbilder Markus so sehr vermisst. Zum Glück dauern die Herbstferien nur zwei Wochen.“

Im Schwimmbad strampeln die Jungen und Mädchen, die alle zwischen sechs und zehn Jahren alt sind, munter mit den Füßen und haben sichtlich viel Spaß. Und Maike? Die dreht immer noch mit Markus Pelzer ihre Runden durchs Wasser. Und sieht dabei sehr zufrieden aus.