Diskussion zum digitalen Wandel bei Becker & Funck

Chancen und Herausforderungen : „Smart. Vernetzt. Umstritten.“

Unter der Überschrift „Smart. Vernetzt. Umstritten“ haben sich die Hochschullehrerin und Start-up-Gründerin Prof. Dr. Anabel Ternès von Hattburg und der Dürener CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel am Dienstagabend bei Becker & Funck mit über 100 Zuhörern angeregt über die Chancen und Herausforderungen des digitalen Wandels ausgetauscht.

Unsere Welt ist zunehmend digital vernetzt, die Digitalisierung durchdringt alle Aspekte unseres Lebens: die Art, wie wir kommunizieren, konsumieren, uns informieren und produzieren. Wo aber sind die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in jedem Lebensbereich? Wie können wir digitale Ökonomie zukunftsfähig gestalten?

Eingeladen hatten das Landesbüro NRW und das Regionalbüro Rheinland der Konrad-Adenauer-Stiftung. Thomas Rachel, der auch Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung ist, stellte gleich zu Beginn klar: „Alle Entwicklungen werden unsere Lebenswelt erheblich verändern – im Wohnzimmer ebenso wie bei der Arbeit oder im Krankenhaus.“ Gefolgt von der Frage: „Wo wird das hinführen?“ Es sei richtig und wichtig, gemeinsam darüber nachzudenken, wie Digitalisierung gestaltet und von Politik und Gesellschaft auch gelenkt werden kann, betonte der Politiker.

Ist die Digitalisierung nun eher Chance oder Herausforderung? Mit dieser Frage startete Anabel Ternès von Hattburg ihren Vortrag. Die spontane Umfrage unter den Zuhörern ergab ein klares Meinungsbild: Sie ist eher eine Chance. Eine Umkehr sei ohnehin kaum möglich, bilanzierte die Wissenschaftlerin und Unternehmerin; der digitale Wandel sei nicht mehr aufzuhalten. „Wir sollten aber nicht nur zugucken, sondern gestalten“, appellierte auch sie an die Zuhörer, nicht analog den Kopf in den Sand zu stecken. Etwas verwunderlich in diesem Kontext: Umfragen zufolge würden 25 Prozent der deutschen Unternehmen der Digitalisierung nach wie vor keine große Rolle zusprechen. Eine Einschätzung, die die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft und damit auch einer Gesellschaft in Gefahr bringen könnte. Nicht zuschauen, sondern aktiv gestalten laute die Devise. Gerade Europa habe eine Chance, eine Digitalisierung voranzubringen, in der demokratische Regeln und Werte gelebt werden. Thomas Rachel: „Digitalisierung ist kein Selbstzweck.“

Der rote Faden des Abends war schnell sichtbar: Die digitale Welt bietet große Chancen für alle, aber die Risiken sollten vor diesem Hintergrund nicht weggewischt werden. Ein gutes Beispiel liefert bereits heute die Technik, die unser Leben zuhause verändert: Nie war einkaufen einfacher als online. Wer etwas wissen möchte, informiert sich im Internet. Elektronische Helfer erleichtern unser Leben. Gleichzeitig werden wir als Konsumenten transparent, es kann zu Abhängigkeiten kommen, der Mensch ganz langsam die Kontrolle verlieren.

„Wer steuert wen?“, stellte Anabel Ternès von Hattburg eine provokante Frage in den Raum. Das Abwägen zwischen Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung dürfte auch in Zukunft spannend bleiben. Quintessenz des Abends: Es gibt im digitalen Wandel weder Weiß noch Schwarz. Der gesunde, abwägende Menschenverstand und humanistische Werte bleiben eine kostbare Ressource.