Düren: Dieter Nuhr begeistert in der ausverkauften Düren-Arena

Düren: Dieter Nuhr begeistert in der ausverkauften Düren-Arena

Ein bisschen herrschte am Donnerstagabend rund um die Arena Kreis Düren so etwas wie Ausnahmezustand. Und das schon um sieben Uhr. Jede Menge Autos aus Düren, Aachen, Mönchengladbach, sogar Köln und Bielefeld suchten verzweifelt einen Parkplatz. Kabarettist Dieter Nuhr war in der Stadt.

Und die Arena war wieder einmal restlos ausverkauft. „Ich freu mich total,” lachte Jacqueline Farber aus Heimbach. „Und wenn ich gleich zu Hause bin, gehts sofort weiter: Ab halb zwölf kommt Dieter Nuhr im Fernsehen.” Aber jetzt ist er erst einmal in der Arene Kreis Düren, die Bühne ist dunkel, und ohne jede Vorwarnung steht wohl einer der beliebtesten Comedy-Stars Deutschtlands plötzlich auf der Bühne.

„Ich will mit Ihnen einen netten gemütlichen Abend machen. Und da gefällt es mit nicht, mit Krach und Nebel auf die Bühne zu kommen.” „Nuhr die Ruhe” eben. In dem Programm zeichnet der Düsseldorfer eine kurzweilige und hochintelligente Momentaufnahme der emotionalen Gemengelagfe der Deutschen in Krisenzeiten. Und ist dabei hochaktuell.

Es geht um Japan und die Katastrophe von Fukushima („Eigentlich machen sich die Leute ja mehr Sorgen um die Fischstäbchen als um Japan”, um die von Schwermetallen und Pestiziden belastete Natur („Seitdem wie das haben, werden wir hundert!) und selbstverständlich auch um die Situation der FDP.

„Wie finden Sie denn Philipp?”, fragte Nuhr die begeisterten Menschen in der Arena Kreis Düren. „Mein Problen ist, ich kann den nicht siezen. Ich denke immer, dass ist der kleine Philipp, der adoptiert worden ist. Von der FDP.” Guido Westerwelle bekommt sein Fett weg („Ich weiß gar nicht, was der hat: Seine FDP ist immer noch weit vor der Partei bibeltreuer Christen”), aber auch Sigmar Gabriel („Das ist der von der anderen Splitterpartei!”) zum Beispiel.

Grundsätzlich lautet Nuhrs Botschaft: „Einfach mal abschalten und nachdenken. Danach ist alles halb so wild.” Dieter Nuhr relativiert unser Weltbild ganz schön, und schafft Querverbindungen, auf die man so ohne Weiteres nicht mal eben kommen würde: Denn auch Amöben können Papst werden.

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