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Diemanter Meisterbrief für Franz-Josef Vossen aus Düren

Diamantener Meisterbrief : Eine Urkunde von Bundeskanzler Ludwig Erhard

Sein Lebensweg zeigt exemplarisch auf, wie sich ein Berufsbild über Jahrzehnte verändern kann. Franz-Josef Vossen, Schmiedemeister aus der Karlstraße in Düren, erhielt jetzt den Diamantenen Meisterbrief. Eine nicht alltägliche Auszeichnung, denn auf die vor 60 Jahren erfolgreich abgelegte Meisterprüfung können nicht viele Handwerker zurückblicken.

„Sie sind die Generation der wir verdanken, dass es uns heute so gut geht“, kommentierte Kreishandwerksmeister Gerd Pelzer, nachdem Franz Josef Vossen in einer kleinen Feierstunde in der Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft Rureifel über die Kriegs- und Nachkriegsjahre berichtete, die ihn nachhaltig prägten. Im Hause seines Vaters, über der Schmiede in der Karlstraße 1936 geboren und dort heute noch wohnhaft, unterbrach der Zweite Weltkrieg den Schulbesuch in der Nordschule. Den Bombenangriff auf Düren am 16. November 1944 erlebte er in Vettweiß und wurde anschließend mit der Familie in die Evakuierung nach Falkenberg in den Kreis Torgau geschickt. Sieben Wochen war die Familie anschließend zu Fuß unterwegs.

1951 die Lehre begonnen

Aus der Nordschule 1951 entlassen begann Franz-Josef Vossen 1951 mit der Ausbildung im elterlichen Schmiedebetrieb. Nach mit „gut“ bestandener Gesellenprüfung ging es erfolgreich weiter: Innungsbester, Kammer-, Landes- und schließlich Bundessieger im Handwerkswettbewerb. Noch heute schwärmt der 83-Jährige von der Schlussfeier in Augsburg, bei der der damalige Bundeskanzler Ludwig Erhard ihm die Siegerurkunde überreichte. Hufbeschlag und Wagenbau bestimmten den Beruf im elterlichen Betrieb. Hufbeschlag- und Schmiedemeisterprüfung erfolgten am 22. September 1959.

Im Laufe der Zeit änderten sich die beruflichen Anforderungen. Qualifizierte Schweißarbeiten und Spezialaufträge nahmen zu. Die elterliche Schmiede übernahm Franz-Josef Vossen 1983, aus der 1991 gemeinsam mit den Söhnen Kurt und Thomas die Vossen & Söhne GbR wurde. Aus dem Tagesgeschäft zog Franz-Josef Vossen sich 2001 zurück. Da er heute noch dicht am Betrieb wohnt, versteht es sich von selbst, dass er hautnah das Geschehen des Unternehmens wahrnimmt.