Düren: Diebstahl von Metallen hat derzeit Hochkunjunktur

Düren: Diebstahl von Metallen hat derzeit Hochkunjunktur

Ob Meter hohe Rollen mit Kupferkabel oder Oberleitungen der Bahn über Nacht verschwinden - Metalle aller Art sind derzeit begehrtes Diebesgut.

Was niemand früher für möglich gehalten hätte: Vor wenigen Tagen nahmen Langfinger sogar zwei Dutzend Gully-Deckel von der Straße mit. Und hinterließen damit eine Gefahrenquelle für Fußgänger und Autofahrer.

Hohe Erlöse

Für Metall lassen sich auf dem Markt derzeit gute Erlöse erzielen. Für Gusseisen erhalte der Lieferant rund 220 Euro die Tonne, vor zehn Jahren sei es gerade einmal die Hälfte gewesen, bestätigt Michael Hecking, der in Düren einen großen Schrotthandel betreibt.

Für Eisen gibt es 150 Euro die Tonne, für Kupfer je nach Beschaffenheit 4,50 bis 5,50 Euro je Kilo. Auch wenn die Erlöse in der Winterzeit traditionell etwas nachgeben: „Das Preisniveau ist generell noch sehr hoch”, so Hecking.

Die hohen Metallpreise machen Langfinger mobil. „Der Metalldiebstahl hat insgesamt zugenommen”, bestätigt Polizei-Sprecher Willi Joerres. Die Diebe rückten meist gleich mit einem größeren Transportfahrzeug an, um ihre „Ware” wegzuschaffen. Das Diebesgut werde oft eingeschmolzen und sei deshalb später kaum noch zu identifizieren, so Joerres.

Die Spur der gestohlenen Gullydeckel quer durch Düren stellt die Abteilung Straßen- und Kanalunterhaltung des Dürener Servicebetriebes jedenfalls vor Probleme. „Ein Großteil der gestohlenen Gullydeckel aus Gusseisen war schon 15 bis 20 Jahre alt. Ersatz ist nicht mehr lieferbar”, bedauert Abteilungsleiter Wilbert Braun.

Also muss der komplette Einsatz in den Kanal ausgebaut und durch neues Material ersetzt werden. Vor allem am Ellernbusch und am Heerweg. Ein teures Vergnügen für die Stadt. Zumal die Diebe meistens die großen Deckel mit den Maßen 50 mal 50 Zentimeter mitgenommen haben. Aber auch Braun verweist besonders auf die Gefahren für Mensch und Pkw durch die offenen Kanalschächte: „Das ist kein Kinderscherz mehr.”

Für Hinweise dankbar

Die Polizei ist darauf angewiesen, die Metalldiebe auf frischer Tat zu fassen. Joerres: „Wir sind für Hinweise aus der Bevölkerung dankbar. Man sollte sich dabei nicht scheuen, den Notruf 110 zu wählen, wenn man Metalldiebe bei ihrer Tat beobachtet.”

Werden die Täter tatsächlich dingfest gemacht, müssen sie mit einer Verurteilung wegen Diebstahls rechnen. Diejenigen, die die Gully-Deckel mitnahmen, wären auch noch wegen Verkehrsgefährdung dran.

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