Schmidt: Die „Zylindermänn Harscheidt“ feiern alle zwei Jahre eine Kirmes

Schmidt : Die „Zylindermänn Harscheidt“ feiern alle zwei Jahre eine Kirmes

Es war im Jahr 1985, als mit einer Wette zwischen dem Wirt der Gaststätte „Zur Eifel“, genannt „Otto III.“, und dem Harscheidter Alfred Stollenwerk die „Zylindermänn Harscheidt“ geboren wurden.

Nach den schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg konnte die Gaststätte Nießen („Zur Eifel“) relativ schnell wieder eröffnet werden, und es wurde ein Saal angebaut, in dem man bis in die 50er Jahre hinein Tanzveranstaltungen und auch die Schmidter Kirmes abhielt.

Beim Frühschoppen erinnerte man sich 1985 an diese Zeit, und „Otto III.“ machte den Vorschlag, in Harscheidt wieder einen Festball zu veranstalten. Alfred Stollenwerk hielt dagegen: „Wenn ‚Däh‘ en Kermes hält, dann john ich em Zylinder un schwaaze Anzoch em Zoch durch Haarscheed!“ Die Wette wurde besiegelt und die Harscheidter luden zum 14./15. September 1985 erstmalig zur „Harscheidter Kirmes“ ein — offiziell „Sommerausklang“ genannt.

Seit 1986 wird diese Tradition im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgehalten, so dass man dieses Jahr vom 31. August bis 2. September zum 18. Mal Harscheidter Kirmes feiert.

33 Jahre sind eine lange Zeit, und so muss man auch immer mal wieder über Innovationen und Veränderungen im Verein und bei den Veranstaltungen nachdenken. Seit 2017 ist der Verein „Harscheidter Zylindermänn“ auch bei Facebook vertreten, und die Aktivitäten können dort zeitnah verfolgt und Vorschläge, Anregungen und Kritik eingebracht werden. Seit 1985 stellt der Verein auch jedes Jahr eine Gruppe des Schmidter Karnevalszuges, und auch beim Ernte-Dank-Umzug wird regelmäßig in großer Anzahl teilgenommen.

Die erklärten Ziele der „Harscheidter Zylindermänn“ sind die Pflege und Ausübung von Tradition und Brauchtum und auch die Weitergabe dieser Werte. Dabei ist es dem Verein wichtig, nicht nur an Traditionen festzuhalten, sondern diese auch im Jahre 2018 noch attraktiv und interessant für die gesamte Bevölkerung zu gestalten.

„Brauchtum entsteht aus dem Leben miteinander“, erklärt der 2. Vorsitzende Franz-Peter Wirtz, „und Leben miteinander ist ein Prozess, der ständiger Entwicklung unterworfen ist. Man kann heute nicht mehr die Vorstellungen von 1985 eins zu eins wiederholen. Aber man kann den Geist, die Idee, die die Menschen damals hatten, lebendig erhalten und nach heutigen Maßstäben und Vorstellungen umsetzen.“

Diesem Gedanken folgend, wird die diesjährige „Harscheidter Kirmes“ einige Neuerungen erleben, für die die Zylindermänn schon seit Wochen eifrig die Werbetrommel rühren. Der Freitagabend wird im Festzelt wie gewohnt mit einer Veranstaltung der IG Jugend eröffnet. Dieses Jahr hat sich der Bürgermeister von Nideggen, Marco Schmunkamp, bereiterklärt, die Kirmes mit einem Fassanstich offiziell zu eröffnen. Anschließend veranstaltet die IG Jugend einen „Kölschen Abend“ unter Mitwirkung der Liveband „Die Bremsklötz“.

Am Samstagabend findet nach dem Festumzug durch Harscheidt unter Mitwirkung zahlreicher Vereine der traditionelle Kirmesball mit der Liveband „Just enjoy“ statt. Als weiteren Höhepunkt konnte die Komikerin „Achnes Kasulke, die letzte deutschsprachige Putzfrau vor der Autobahn“ verpflichtet werden. Außerdem wird es auch wieder einen Überraschungsauftritt aus den eigenen Reihen geben.

Der Sonntag steht unter dem Motto „Familiensonntag“ und ist für Jung und Alt zum gemeinsamen Klönen, Spielen und Feiern gedacht. Der Tag beginnt mit einem gemeinsamen Frühstücksbuffet. Karten können bis 28. August bei F. P. Wirtz in Harscheidt und im Frischemarkt Zumbrägel in Schmidt gekauft werden. Das Frühstück geht in den Frühschoppen über, der vom Frohsinn Schmidt sowie dem Trommler- und Pfeiferkorps musikalisch begleitet wird. Für die Kinder gibt es verschiedene Spiele und Mitmachaktivitäten, und für alle gibt es nachmittags Kaffee und Kuchen sowie die Gewinnziehung der Tombola.

Die Harscheidter Zylindermänn sind überzeugt, dass diese Neuerungen in Schmidt und Umgebung Anklang finden werden. „33 Jahre ist eine wirklich gute Arbeit für so einen kleinen Verein, aber unser nächstes Ziel ist ja der 50. Geburtstag“, sagt Franz-Peter Wirtz.

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