Die Viertkläßler als "junge Einsteins"

50 Schüler experimentieren am Rurtal-Gymnasium : Die geheimen Botschaften sichtbar machen

Professor Knallfuchs hat eine geheime Nachricht hinterlassen. Er braucht dringend Hilfe seine Aufzeichnungen vor dem bösen Mister X zu schützen. Wer könnte da besser helfen als die „kleinen Einsteins“?

Diese Rolle übernahmen rund 50 Viertklässler, die bei den 13. Experimentiernachmittagen am Rurtal-Gymnasium in Düren zu kleinen Forschern wurden.

Das Projekt rund um Professor Knallfuchs fand im Fachbereich Chemie statt. Die jungen Forscher experimentierten hier mit verschiedenen Substanzen um unsichtbare Tinte herzustellen. Aus Sicherheitsgründen hieß es hier zunächst: Schutzbrillen aufsetzen. Mit Hilfe von Alaun-Lösung und Knoblauchsaft – der trotz etwas strengen Geruches eine ausgezeichnete Tinte hergibt – schrieben die „jungen Einsteins“ dann auf ein Stück Papier.

Wieder sichtbar gemacht wurden die geheimen Botschaften mittels Erhitzen über einer Flamme. Das klingt schon ein wenig gefährlich und tatsächlich gingen einige Botschaften unter der kritischen Aufsicht von freiwilligen Helfern aus höheren Jahrgangsstufen zur allgemeinen Erheiterung in Flammen auf. Das trübte den Forschergeist der zukünftigen Gymnasiasten natürlich keineswegs: „Das macht richtig Spaß“, lachte Viertklässlerin Sarah, während ihre Helferin aus der Oberstufe ein angekokeltes Blatt sicher in der Spüle neben dem Tisch ertränkt.

Die Betreuung durch die älteren Schüler gehört zum Konzept des Rurtal-Gymnasiums. „Ich höre die Schüler dann oft genau das sagen, woran ich sie im Unterricht immer erinnern muss“, sagte Lehrerin Friederike Sonnenberg. „Es heißt dann plötzlich, Schutzbrillen auf und Vorsicht mit den Substanzen. Hier werden die größten Chaoten zu den besten Lehrern.“ Viele dieser älteren Schüler betreuen die Experimentiernachmittage bereits seit vielen Jahren.

So auch Daniel Kromm, der dieses Mal im Fachbereich Biologie aushalf. Hier erforschten die „jungen Einsteins“ echte Regenwürmer, frisch aus der Dürener Zucht. Der Oberstufenschüler unterstützte beim Vermessen, Wiegen und der genauen Beobachtung ihres Verhaltens – natürlich mit der dazugehörigen Dokumentation der Ergebnisse. „Ich habe sonst immer in Chemie geholfen“, lachte er. „Das ist doch etwas anderes.“

Auch bei der letzten Station des knapp dreistündigen Forschernachmittages der Physik gab es einiges auszuprobieren. Die „jungen Einsteins“ lernten, eine Lampe an einen Stromkreis anzuschließen, die Leitfähigkeit verschiedener Materialien zu testen und wie das Morsen funktioniert.

Die Eltern durften bei den spannenden Experimenten übrigens nicht dabei sein. Für sie findet am Samstag, 1. Dezember, ein Tag der offenen Tür am Rurtal-Gymnasium statt. Dort gibt es dann eine Schulrallye für die Kinder und ausgiebige Informationen sowie Schulführungen und Gespräche mit dem Kollegium für die Erwachsenen.

(kim)
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