Düren: Die Trasse der Nordtangente steht fest

Düren: Die Trasse der Nordtangente steht fest

Zuversichtlich war man bei der Rurtalbahn schon immer. „Wir hoffen, die Übertragung des nördlichen Bahnhofsbereichs noch in diesem Jahr abschließen zu können“, sagt Rurtalbahn-Geschäftsführer Herbert Häner.

Ein Satz, den schon mehrere Geschäftsführer genau so auch in vielen Jahren zuvor formuliert hatten. Von dem ehrgeizigen Projekt hängt in Düren vieles ab: Der Bau der Nordumgehung B399n, das Umgehungsgleis für den Rhein-Ruhr-Express und die städtebauliche Erschließung des Bereichs zwischen Busbahnhof und Schoellerstraße.

Seit Jahren verhandelt die Rurtalbahn mit der DB Netz AG über die Abtretung des nördlichen Bahnhofsbereiches. So würde die Beteiligungsgesellschaft des Kreises das Gelände übernehmen und an die Rurtalbahn verpachten, während die wiederum der Bahn zumindest das Gleis 23 als Nordüberholung zur Verfügung stellen müsste. Ist diese Trennung der Gleise schon kompliziert genug, war bis zuletzt auch der Trassenverlauf für die Nordumgehung, die über das Gelände der Bahn führen soll, umstritten. Dieses Problem ist inzwischen gelöst, wie die Rurtalbahn, der Landesbetrieb Straßen NRW und die Stadt Düren bestätigen.

In einer Machbarkeitsstudie von 2005 war vorgesehen, dass die vierspurige Nordumgehung ab der Josef-Schregel-Straße über den ZOB-Parkplatz entlang der Gleise bis hoch zur Schoellerstraße geführt werden sollte. Der Vorteil für die Stadt: Die frei werdende Fläche entlang der Eisenbahnstraße hätte so für eine Wohnbebauung zur Verfügung gestanden. Das ist in der neu abgestimmten Trasse nicht mehr vorgesehen. Heiner Wingels, Leiter des Dürener Tiefbauamtes: „Wir haben bei der neuen Abstimmung alle Belange der Rurtalbahn berücksichtigt. Eine Wohnbebauung ist da nicht mehr möglich. Uns ist aus städtebaulicher Sicht aber auch die südliche Entwicklung des Bahngeländes wichtiger.“

Die Rurtalbahn wollte vor allem die künftige Nutzung der Rangiergleise gewährleistet wissen, aber auch die weitere Nutzung der ehemaligen Panzerrampe im Bereich des Park & Ride-Platzes. Wichtig für die Anwohner: „Der geplante Lärmschutz für die Nordumgehung wird kommen“, betont Wingels. Zuversichtlich, dass die Umgehungsstraße, die seit über 30 Jahren in der Diskussion ist, absehbar auch realisiert werden kann, ist man auch beim Landesbetrieb Straßen NRW. Gerhard Decker, Chef der Regionalniederlassung Ville-Eifel, sieht keine großen Hürden mehr für das Projekt. „Die Einigung liegt vor“, betont er.

Jetzt müsse das Plangenehmigungsverfahren zügig vorangetrieben werden. Decker geht davon aus, dass 2018 das Baurecht vorliegen könne. Mit der Einigung über den Trassenverlauf können auch die Verhandlungen zwischen Rurtalbahn und Deutscher Bahn neue Fahrt aufnehmen. Für die Übertragung des nördlichen Bahnhofsbereichs fehlt zwar noch die Unterschrift unter dem Vertrag, das nötige Planänderungsverfahren soll aber laut Geschäftsführer Herbert Häner noch in diesem Monat von der Deutschen Bahn beantragt werden — nachdem sie den Prozess eher jahrelang verzögert hat.

Beim Eisenbahnbundesamt liegt der entsprechende Antrag noch nicht vor, ist von der Bahn aber bereits „in Aussicht gestellt“, wie ein Sprecher des Bundesamtes bestätigte. Die plötzliche Eile bei der DB wird — wie berichtet — offensichtlich durch den Umstand beflügelt, dass künftig der Rhein-Ruhr-Express (RRX) zwischen Aachen und Köln verkehren soll und dafür das Überholgleis am Dürener Bahnhof wiederhergestellt werden muss. So soll inzwischen selbst die Bahn davon ausgehen, dass der Vertrag mit der Rurtalbahn noch in diesem Jahr unterschrieben werden wird.

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