Die "Theaterkracher" aus Derichsweiler und "Wickie"

Die „Theaterkracher“ aus Derichsweiler : Bärtige Damen und der kleine Wickie verzaubern

Besucher der alten Kirche in Derichsweiler wurden ein Jahrtausend in die raue Vergangenheit Skandinaviens zurückversetzt. Genauer gesagt in das 1095, in dem in einem kleinen Dorf namens Flake die Abenteuer von „Wickie und den Starken Männern“ begannen.

Die Laiengruppe „Theaterkracher“ setzte den Kinderklassiker in zwei Vorstellungen gekonnt in Szene. In ihrem zwölften Theaterprojekt nahmen sich die Mitglieder der Gruppe „Theaterkracher“ ein Stück vor, das sich schon vor über 40 Jahren großer Beliebtheit erfreute: die Geschichte vom kleinen Wickie, der nicht gerade der mutigste Krieger im Wikingerdorf Flake ist. Mit seinen pfiffigen Ideen hilft er jedoch der wilden Horde seines Vaters Halvar regelmäßig aus der Patsche.

Sehr überzeugend gespielt, begeisterten die Frauen und ein Mann auf der Bühne nicht nur die Kinder, die in den ersten Reihen mitfieberten. Mit viel Humor und Herzlichkeit versetzen die Akteure die vollbesetzte alte Kirche in eine muntere Atmosphäre.

Originalmusik aus der Fernsehserie und prächtige, selbst entworfene Wikingerkostüme inklusive Vollbärte machten die Aufführung authentisch und erlebbar für die rund 150 Gäste aller Altersklassen. „Obwohl wir uns Kinderstücke auf die Fahne geschrieben haben, sind die Zuschauer fast immer zu zwei Dritteln Erwachsene“, schmunzelte Elke Leeser, die das Drehbuch für „Wickie“ geschrieben hat.

Mit auf der Bühne standen erstmalig auch die Kinder der Akteure, die in die Rollen der Wikingerschar des „Schrecklichen Sven“ schlüpften, dem Widersacher von Halvar und seinen starken Männern.

„Köpfchen statt Muskeln“ lautete Wickies Devise, was auch die Botschaft der Geschichte widerspiegelt. So schaffte er es, seinen Vater im Wettkampf zu besiegen, die Begegnung mit einem angeblichen Geisterschiff auf hoher See zu überstehen und schließlich den „Schrecklichen Sven“ zu überlisten.

Elke Leeser, die im Stück in Gestalt der nordischen Göttin „Freya“ als Erzählerin fungierte, berichtete von den Anfängen der Theatergruppe: „Ursprünglich waren wir eine Gruppe von Eltern im Kindergarten, die mit ganz wenigen Mitteln angefangen hat. Damals haben wir auch schon in der alten Kirche gespielt, die zu dieser Zeit noch ein Rohbau war.“ Mit der Zeit seien neue Leute hinzugekommen, die nicht nur aus Derichsweiler selbst stammen.

Insbesondere die Väter seien sehr engagiert. „Mittlerweile können wir dank der Männer unsere Stücke mit Licht- und Tontechnik ausstatten. Unter der Leitung von Uwe Chrisanth wurden auch bereits aufwendige Bühnenbilder entworfen und in Eigenregie umgesetzt“, erzählte Leeser. Mit Blick auf die Bühne bestätigte sich dies – eine Szene auf hoher See wurde zum Beispiel durch ein großes, selbstgebautes Wikingerschiff veranschaulicht.

Die „Theaterkracher“ zahlen dabei alles aus eigener Kasse, der Erlös aus den Vorstellungen kommt anschließend der Grundschule und dem Awo-Kindergarten in Derichsweiler zugute.

(nie)
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