Witten: Die Tattoos lenken den Merkener Ringer zu sehr ab

Witten : Die Tattoos lenken den Merkener Ringer zu sehr ab

Eigentlich ging es für den Ringerclub Merken um nicht mehr viel im letzten Kampf der regulären Saison in der Bundesliga West. Der fünfte Platz und damit die Teilnahme in den Bundesliga-Playoffs war bereits in Stein gemeißelt.

Trotzdem wollten die Merkener den KSV Witten auswärts ärgern. Bei der 13:17-Niederlage schnupperten die Merkener an der Sensation, die Löwen aus Witten zu schlagen. Zwei Punkte bei den Wittenern weniger und zwei Zähler auf Merkener Seite mehr hätten schon für eine Punkteteilung gereicht.

Und dass die Merkener Punkte liegen ließen, ist nicht zu bestreiten. Im griechisch-römischen Stil bis 98 Kilogramm passte Andreas Enns in den Anfangssekunden nicht auf. Gegen den Zweiten der bulgarischen Meisterschaften, Simeon Stankovich, kassierte er deswegen nach 13 Sekunden die entscheidende Wertung. Da er diese über die Sechs-Minuten-Distanz nicht aufholte, gab er einen Zähler ab.

Ebenfalls eine Niederlage kassierte Kai Stein. Drei Zähler gab er gegen den volltätowierten Mateusz Wollny ab. Ein Resultat, das Stein absolut nicht gefiel: „Ich habe eindeutig zu viel abgegeben. Das hätte nicht sein dürfen.“

Stein, der seinem Gegner körperlich unterlegen war, ließ sich von den Körperbemalungen des Kontrahenten ablenken: „Ich war unkonzentriert, habe auf seinen Tasmanischen Teufel geschaut und sogar seine Sprüche ,No Love und No Mercy‘ gelesen.“

Der Blick Richtung Play-off

Lange über die Niederlage in Witten wird aber beim RC nicht nachgedacht.

Der Blick geht nach vorne, wenn am 2. Dezember, der Hinkampf im Play-off-Achtelfinale stattfindet. Die Auslosung dazu findet am kommenden Samstag in Köllerbach statt. Die Gegnerwünsche sehen auf Merkener Seite ziemlich unterschiedlich aus.

Trainer Tim Nettekoven hofft auf keine weite Fahrt und freut sich generell überhaupt über die Teilnahme. Ringer Kai Stein hätte entweder gerne einen erneuten Lokalkampf gegen Walheim oder ein Kräftemessen mit dem TSV Westendorf im Ostallgäu, da sich dort eine atemberaubende Kulisse befindet — eine enge Halle mit Tribünen von allen vier Seiten.

(say)
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