Die SWD Powervolleys bestreiten in vier Tagen drei Spiele

Drei Spiel in vier Tagen: Trainer Stefan Falter erwartet Arbeitsbegegnungen ohne Glanz und Gloria

Eigentlich müssten die Spieler der SWD Powervolleys jammern wie Fußballer, die in einer so genannten englischen Woche drei Spiele absolvieren müssen. Sie tun es nicht, obwohl sie in vier Tagen drei Begegnungen bestreiten müssen. Oder anders gerechnet: vier Spiele in acht Tagen.

Ihr Trainer jammert auch nicht, obwohl Stefan Falter angesichts der Ansetzung der drei Spiele von Donnerstag bis Sonntag den Kopf schüttelt: „Ich habe keine Erklärung dafür. Ich weiß es nicht. Es ist mir unbegreiflich.“ Aber weil es so ist, wie es ist, sagt der Trainer: „Wir stehen halt am Fuße eines Berges, den wir besteigen wollen. Und um den Gipfel zu erreichen, habe ich Zwischenlager eingeplant.“ Jedes Zwischenlager muss möglichst sorgfältig vorbereitet und eingerichtet werden.

Das erste Zwischenlager ist vom Namen her das schwierigste, aber am leichtesten zu erreichen. Schließlich können Stefan Falter und seine Assistenten die Spieler mit allen Informationen über Spieler und Spielzüge, Stärken und Schwächen des VfB Friedrichshafen füttern. Rein theoretisch wissen Mannschaftskapitän Michael Andrei und Kollegen (fast) alles über die Gegner von Donnerstag auf der anderen Netzseite.

Die praktische Vorbereitung stand aber schon mit Blick auf die Begegnungen gegen den VCO Berlin und Rottenburg auf einem anderen Blatt. Denn wegen des zu erwartenden Kräfteverschleißes in der kurzen Zeit hat der Coach das Training umgestellt. So mussten die Angreifer beispielsweise sich nicht in die Höhe über das Netz wuchten, um die Bälle in das gegnerische Feld zu schmettern, sie standen auf Kästen, bekamen das Spielgerät serviert und griffen stehend an. Dosiertes Training, um Belastung und Intensität zu steuern.

Denn klar ist: „Der Körper wird in den kommenden Tagen Probleme bekommen, die Verletzungsgefahr wird zunehmen, deshalb müssen die Spieler auch mental frisch sein, um die Anstrengungen zu verkraften.“

Gegen den VfB Friedrichshafen dürften die Spieler keine Probleme haben. Der Trainer hat festgestellt: Seine Aktiven denken noch überhaupt nicht an das, was auf sie Samstag und Sonntag noch erwarten könnte, „sie sind heiß auf das Spiel am Bodensee“.

Gewiss, Leistungsträger wie Tomas Kocian, Michael Andrei oder Sebastian Gevert waren mental wie physisch nach dem Pokalviertelfinale in Giesen erschöpft. Doch nach zwei, drei Tagen Pause hatten auch sie ihren Akku wieder aufgeladen und sprühten vor Tatendrang. Falter: „Du merktest an der Körperhaltung und an den Gesprächen der Spieler untereinander, dass sie wieder richtig Bock und sich schon schnell Gedanken machten, wie sie dem VfB ein Beinchen stellen wollen.“ Und so wird der Coach auch seine Startformation am Bodensee aufbieten: „Andere Gedankengänge verbieten sich von selbst. Zum einen handelt es sich um ein Fernsehspiel, und zum anderen wollen sie beim VfB was reißen.“

Dann stellt sich die Frage: Wie sieht die Startformation gegen VCO aus? Wie gegen Rottenburg? Dem Trainer gehen verschiedene Formationen durch den Kopf. Falter tendiert zu „sanften Wechseln“. Ergänzungsspieler wie Rudy Schneider, Lukas Maase oder Daniel Ford haben noch nicht in der Startformation gestanden. Soll er sie dann direkt in einem Heimspiel bringen? So schwebt Falter vor, wieder die erfahrenen Spieler gegen den VCO auf das Feld zu schicken und sie nach positivem Spielverlauf nach und nach auszuwechseln. Und gegen Rottenburg? Mal schauen.

„Wichtig wird sein, die mentale Frische bei allen Akteuren hinzubekommen, denn es ist doch ein Unterschied, ob du gegen den VfB antrittst oder ein Team wie den VCO“, sagt Falter. Der Kopf muss frisch sein, sich nach Friedrichshafen auf die neuen Gegner einzustellen. Deshalb wird der Trainer seine Spieler auch nicht mit zu vielen Infos über den Gegner füttern. Düren muss einfach sein Spiel durchziehen. Das wird nicht einfach sein: „Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Partien gegen Berlin und Rottenburg werden Arbeitsspiele, da wird es kein Glanz und Gloria geben. Ich hoffe, dass das Publikum uns 100-prozentig unterstützt.“

Bleibt noch die Frage, wie es für die SWD Powervolleys zu dieser Situation „Drei Spiele in vier Tagen“ gekommen ist? So richtig erklären kann es keiner. Bleibt als Antwort nach diversen Telefonaten – unter anderem mit der Liga – nur übrig: Es ist halt so.

(sis)
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