Kreuzau: Die SPD hat große Bedenken

Kreuzau: Die SPD hat große Bedenken

Seit Jahren wird in Kreuzau darüber diskutiert, wie die Festhalle im Ort künftig genutzt werden soll.

Die Gemeindeverwaltung hat jetzt kurzfristig vorgeschlagen, die Halle zwar im kommunalen Besitz zu halten, die Instandhaltung aber einem Förderverein zu übertragen, der am 30. Juni gegründet werden soll. Der SPD geht das jetzt zu schnell.

Auf mittlere Sicht erwartet die Gemeindeverwaltung erhebliche Einsparungen, wenn sich ein Förder- und Gebäudeunterhaltungsverein um die Festhalle und auch das Gebäude der Hans-Hoesch-Stiftung kümmert. Von rund 20.000 Euro Ersparnis im Jahr sei auszugehen.

Zuerst aber müssen einige Investitionen getätigt werden, damit die Gebäude „vernünftig” genutzt werden können. So muss die uralte Küche erneuert werden, was etwa 30.000 Euro kosten wird. Auch soll die vorhandene Toilette der ehemaligen Hausmeisterwohnung zu einer separaten Toilettenanlage umgebaut werden. Das dürfte etwa 7500 Euro an Materialkosten mit sich bringen. Die Umbauarbeiten will der Förderverein übernehmen; er ist auch zu weiteren Eigenleistungen bereit. Die neue Toilettenanlage wird es ermöglichen, den kleinen und den großen Saal der Festhalle parallel zu vermieten.

Die ehemalige Hausmeisterwohnung soll so umgebaut werden, dass dort Einzelunterricht der Musikschule stattfinden kann. Die Materialkosten dafür werden mit 20.000 Euro veranschlagt.

Insgesamt wird die Gemeinde rund 60.000 Euro für die als notwendig erachteten Umbau- und Sanierungsarbeiten ausgeben müssen.

Das wurde am Dienstagabend im Hauptausschuss von der SPD scharf kritisiert. „Wenn überhaupt, dann wird es erst frühestens in drei Jahren zu einer Einsparung kommen”, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Heidbüchel, der außerdem bemängelte, dass größere Umbau- und Sanierungsarbeiten laut Vertagsentwurf auch künftig von der Gemeinde übernommen werden müssten.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ingo Eßer wies diese Einwände zurück. Er sprach von einer „vernünftigen Lösung, die ohne jeden Zweifel erhebliche Einsparungen mit sich bringen wird.” Eßer setzt Vertrauen in den künftigen Förderverein. Er erwartet „großes ehrenamtliches Engagement”.

Auch die Gemeindeverwaltung ist dieser Ansicht. Sowohl Bürgermeister Walter Ramm als dessen Stellvertreter Walter Stolz wiesen darauf hin, dass man in etlichen anderen Ortsteilen gute Erfahrungen in Sachen bürgerschaftlichen Einsatzes gemacht habe.

Sprecher der FDP und der Grünen äußerten sich positiv zu der Lösung mit dem Förderverein. Das Abstimmungsergebnis lautete schließlich: einstimmig bei Enthaltung der SPD.

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