Die sechste "Kölsche Adventszick" der "Echte Fründe" in Kreuzau

Die Musiker aus Winden begeistern ihre Fans : „Fründe“ füllen zweimal die Festhalle

Wenn die Veranstaltung „Kölsche Adventszick“ und die Band „Echte Fründe“ und der Kooperationspartner „Ahle Schlupp“ heißt, dann ist klar, dass es hoch hergeht, die Halle voll wird und das Ganze einen Touch von „Weihnachten trifft Karneval“ hat.

Die „Kölsche Adventszick“ gibt es bereits zum sechsten Mal in der Kreuzauer Festhall, wie „Fründe“-Frontmann Reiner Mörkens eingangs nicht ohne Stolz erzählt. Und – das ist in diesem Jahr das besondere – gleich zweimal über die Bühne geht. Nachdem die Samstags-Veranstaltung schon nach kurzer Zeit restlos ausverkauft war, kam der Freitag noch dazu. Mit fast vollem Haus.

„Fründe“, das ist Familie. Nicht nur auf der Bühne, wo die Musiker Mörkens oder Bonn heißen und auch ein Heimbach mitspielen darf. Auch das Publikum gehört irgendwie dazu. Etliche zeigen auf, als die Frage gestellt wird, wer denn bei allen bisherigen „Adventszick“-Konzerten dabei war. Und die Vermutung liegt nahe, dass etliche Fans die Veranstaltung am Freitag und am Samstag besuchten.

Die Band beherrscht das Repertoire von Ballade bis Rock, und Mörkens beherrscht die Kunst des Flirtens mit dem Publikum. Das ist bei etlichen Bands so. Was die „Fründe“ wirklich auszeichnet, ist die Tatsache, dass sich hinter jedem Bandmitglied ein Sänger ohne Fehl und Tadel verbirgt.

Und so ist Abwechslung gewährleistet, weil jeder seinen Solo-Gesangspart hat, aber auch fünfstimmiger Gesang, der manchen Songs das gewisse Etwas verleiht. Wenn mit „Manchmol“, zur Melodie von Barry Manilows Mandy, an den Tod einer lieben Freundin erinnert wird, hört man seinen Nachbarn schlucken. Kurze Zeit später sieht man ihn tanzen zur „Rockenden Weihnacht“.

Für Überraschung sorgt „Engel Hettwich“, mit nur einem Flügel, aber einem verdammt losen Mundwerk ausgestattet. Hedwig Sieberichs hat nicht nur durch ihre Körperfülle Bühnenpräsenz. Der Weihnachtsengel der besonderen Art erzählt vom abgehängten Cholesterinspiegel, überfüllten Wartezimmern in Arztpraxen und der Weihnachtspost an das Christkind. Vom armen Veganer-Kind, das sich zu Weihnachten Würstchen und Frikadellen wünscht. Und von den armen Frauen auf Papas Computer, die natürlich nichts zum Anziehen haben.

Und dann wird es wieder familiär. Mike von der Crew hat Geburtstag und bekommt auf der Bühne einen Kuchen und ein Ständchen. Zu jedem Ereignis, zu jeder Stimmung, gibt es das passende Licht. Und zu späterer Stunde sogar ein Feuer mit Dudelsackmusik. Da wird einem schon ganz schön festlich zumute.

(wey)
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