Kreuzau: Die schottischen Wettkämpfe vor der Festhalle in Kreuzau

Kreuzau: Die schottischen Wettkämpfe vor der Festhalle in Kreuzau

Baumstammwerfende Männer und Frauen im Kilt, Dudelsackmusik und Volksfestatmosphäre im Kreis Düren: Der Verein „Highland Shadows Kreuzau“ hat eine ursprünglich schottische Event-Spezialität am Samstag zum vierten Mal mit seinen „Highland-Games“ erfolgreich umgesetzt.

Bevor es ans Kräftemessen vor der Festhalle ging, hatten die Mitglieder des Kreuzauer „Clans“ bereits eine Herkules-Aufgabe erledigt: den Aufbau des umfangreichen Parcours. Zwölf Stationen hatten die Aktiven am Vortag nicht nur aufgestellt, sondern auch Nachtwache gehalten über die Spiel-Attraktionen. Dazu zählten die klassischen schottischen Disziplinen wie „Caber Toss“ (Baumüberschlag), „Tug of War“ (Tauziehen), der Gewichtsweitwurf von 12,7 Kilo Metall und das risikoreiche Überqueren des Wassergrabens.

Auf Letzteren ist der erste Vorsitzende der „Highland Shadows“, Björn Heck, besonders stolz. Tausende Liter Wasser fasst der „Graben“, den er und seine Leute angelegt haben. „Das ist deutschlandweit einmalig“, sagt Heck. Eine großartige Stimmung á la „Spiel ohne Grenzen“ (der beliebten Fernseh-Spielshow aus vergangenen Fernsehtagen) herrschte überall auf dem Gelände, besonders an eben jener Station. Stürzen sie? Oder stürzen sie nicht in den Wassergraben?

Die zahlreichen Gäste schauten den Sportlern am Samstag gebannt zu, die bei dieser Station Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit unter Beweis stellen mussten. „Ich glaube, sie warten nur darauf, dass jemand ins Wasser fällt“, sagte Maximilian Kruth, kurz bevor es sich geschickt von Sprosse zu Sprosse hangelt. Er stürzte nicht, sondern meisterte die Station souverän. Angetreten ist Kruth für seinen Verein „WingTsun Kreuzau“, die sonst für Kampfkunst-Verteidigung stehen.

1500-Kilo-Auto bewegen

13 Teams traten gegeneinander an: Da trafen die „Mad Dogs“ (verrückte Hunde) auf die „Paradise Punks“ oder die „High 5 Warriors“ (Krieger). Eine Kindermannschaft, die „Mc Florey Knights“ (Ritter), hatte sich ebenfalls dem Spaß-Wettbewerb gestellt, ebenso wie drei Frauenteams. Unter ihnen die „Crazy Bumblebees“: Die „verrückten Hummeln“ wurden in diesem Jahr bereits NRW-Meisterinnen in Oekhoven.

In Kreuzau sind sie sehr gerne dabei, erzählt Anika Nebel aus Aldekerk. Sie schätzten das Event wegen des originellen Parcours, der neben den klassischen Disziplinen auch augenzwinkernde Abwandlungen enthält. Wie zum Beispiel das einhändige Ziehen eines Minis — ein Auto, das etwa 1500 Kilo wiegt.

An jeder der Stationen gibt es einen Schiedsrichter, der die Leistungen der Teams dokumentiert. Einer von ihnen ist Andreas Servatius, der dem Clan erst kürzlich beigetreten ist. „Das ganze Drumherum ist toll“, sagt er und meint damit vor allem auch das Gemeinschaftsgefühl seines „Clans“. Diesen Zusammenhalt betont auch Björn Heck, der Clanchef: „Ohne dieses Gefühl von Familie würde diese Veranstaltung nicht funktionieren.“

Zu der selbst gewählten Verwandtschaft aus Freunden gehört auch Braumeister Winfried Jäger aus Xanten. Er kreierte speziell für die „Highland Games“ ein Ale-Bier, jährlich etwa 6000 Liter. Im vergangenen Jahr spendeten die Highland Shadows einen Teil ihres Gewinns an Peter Borsdorffs Aktion „Running for Kids“, an das Jugendhaus Kreuzau und an den Fußballverein SC Kreuzau, in dessen Stadion sie trainieren dürfen.

Bei der Kreuzauer Ausgabe der „Highland Games“ handelt es sich um ein Freundschaftsmatch, keine Meisterschaft. Dennoch wurden die Punkte der Mannschaften ausgezählt. Die Gewinner: Den ersten Platz errangen die „Mad Dogs“ vor den amtierenden deutschen Meistern „Paradise Punks“ und dem Frauenteam „Pebbles“ (Kieselsteine).

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