Düren: Die Probleme sind nun auch keine Lösung: Kabarettistin Vera Decker

Düren : Die Probleme sind nun auch keine Lösung: Kabarettistin Vera Decker

Eine gelernte Diplom-Psychologin referiert über Kommunikationsmuster und Schlafprobleme. Auf den ersten Blick klingt das nicht wirklich lustig, oder? Anders aber bei Vera Deckers Programm „Probleme sind auch keine Lösung“.

Als zweiter Soloauftritt im Rahmen der SWD-Kommedy-Abende zeigte die Kabarettistin keine Scheu ihre eigene Zunft zu veralbern und mit viel Witz die Macken von Mann und Frau genauer zu betrachten.

Dabei schlüpfte sie nahtlos in andere Rollen. Die nervige Streberin, die wir alle noch aus der Schule kennen, sich selbst als Oma, die ihre Kinder nach dem iPhone 235 fragt, oder die einfältige Dauer-Telefoniererin mit Grammatikproblemen im Zug — alle personifizierte sie mühelos.

Ein paar Gags über die „Generation Social-Media“ durften natürlich auch nicht fehlen. So diagnostizierte sie der werdenden Generation Rentner den „Face-Buckel“ als neue Nationalkrankheit und beschrieb auffallend realitätsnah, was passiert, wenn man postet „Ich gehe jetzt in die Badewanne“. So viel sei verraten: Zeitnahes Baden gehört nicht dazu.

Gleichzeitig floss auch immer wieder die Psychologin ein. Ob es nun um einen Kurs zum besseren Schlafen ging — selbst hier wollte Streberin Claudia die Beste sein —oder um die Kommunikation von Mann und Frau. Bei letzterem Thema schaffte es Decker tatsächlich, genau die geschlechtertypischen Verhaltensweisen festzustellen, die wir eigentlich alle von uns selber kennen. So ist Mann selbstbewusst, redet gerne über sich selbst und ist völlig überzeugt, dass er der Grund für seinen Erfolg, die Umstände aber für seinen Misserfolg verantwortlich sind. Frau dagegen würde zum Beispiel bei einem Karriererfolg eher sagen „Ach war doch mehr Glück, ne“.

Vera Decker bot leichtes Kabarett mit viel Biss und Humor. Ihre „Forschungsreise durch den Alltagsdschungel“ erwies sich als höchst unterhaltsam und entlarvte vielleicht auch den ein oder anderem in seinem typischen Verhalten.

Im voll besetzten „Komm“ mangelte es demnach nicht an herzlichen Lachern und reichlich Applaus.

(km)